Im Spessart

Fotofalle im Wald macht diese Aufnahme - Forscher begeistert

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Der Kopf ist nicht zu sehen - Experten aber sind sich sicher: Das Foto zeigt einen Luchs. 

Im Spessart ist ein seltener Gast gesichtet worden. Es ist nicht das erste Mal, dass das scheue Tier auch jenseits des Bayerischen Waldes dokumentiert werden kann. Trotzdem sind Forscher begeistert.

Augsburg/Karlstadt - Erstmals seit zwei Jahren ist in Unterfranken wieder ein Luchs gesichtet worden. Das Tier war vor zwei Wochen in eine Fotofalle in einem Wald im Landkreis Main-Spessart getappt, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt am Montag in Augsburg mitteilte. Auf dem Foto sind der charakteristische kurze Schwanz mit dem schwarzen Ende sowie die dunklen Flecken auf dem Fell zu erkennen. Der Kopf des Tieres ist nicht zu sehen.

Die Aufnahme vom 9. Oktober wurde bei der routinemäßigen Auswertung der automatischen Wildtierkamera entdeckt. Das Landesamt geht davon aus, dass der im Spessart aufgenommene Luchs nicht mit den Tieren der ostbayerisch-böhmischen Population verwandt ist. Darauf deute das längere Fell mit dem wenig ausgeprägten Fleckenmuster hin.

In Unterfranken gab es dem Landesamt zufolge bereits im Oktober 2015 den ersten Fotonachweis eines Luchses - damals in der Schwarzen Rhön. Im Landkreis Bad Kissingen wurde zudem zwischen November 2015 und April 2016 mehrfach ein Luchs über genetische Proben nachgewiesen, der einer Harz-Population zugeordnet werden konnte. Ob es sich bei dem nun im Spessart nachgewiesenen Luchs um das selbe Tier handelt, könne derzeit allerdings nicht beantwortet werden.

Der Luchs ist streng geschützt und kommt im Freistaat vor allem im ostbayerischen Grenzraum vor. Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 konnte das Landesamt mittels Fotofallen dort 56 Luchse dokumentieren. Seit wenigen Wochen sind im Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald zwei Luchs-Junge zu beobachten.

Natürliche Luchsvorkommen gibt es in Europa heute noch in weiten Teilen Skandinaviens, im östlichen Polen, entlang des Karpatenbogens und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die nächstgelegene ursprüngliche Luchspopulation lebt in den slowakischen Karpaten.

Erfreuliche Nachrichten für Naturschutzbund

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) zeigt sich erfreut über die neueste Sichtung des Tieres im Landkreis Main-Spessart und fordert, gezielt Luchse in diesem Gebiet freizusetzen um die Wiederbesiedlung Bayerns durch den Luchs in geeigneten Gebieten zu fördern. In einer Pressemitteilung wird erklärt, dass ein Wiederansiedlungsprojekt, wie es bereits erfolgreich in Niedersachsen und der Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde, das erneute Aussterben des Luches in Mitteleuropa verhindern könnte. 

Luchs Berchtesgadener Land: Kopf und Pfoten abgetrennt

Im Berchtesgadener Land wurde Anfang Septemer ein toter Luchs gefunden. Wie das Tier verendet ist, ist unklar - eine forensische Untersuchung soll den Fall nun klären. Möglicherweise tötete ihn ein Mensch auf qualvolle Art und Weise.

dpa, Pressemitteilung des BUND Naturschutz

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