Frau ist depressiv

Mutter erstickt Tochter (9) mit Kissen und wird freigesprochen - jetzt kommt es zur Wende

Landgericht Kempten
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Der Prozess fand am Landgericht Kempten statt.

Eine Mutter hatte 2016 in Lindau ihre neunjährige Tochter getötet. Die Frau wurde vor zwei Jahren freigesprochen - jetzt gab es eine Wende.

  • Eine Mutter hatte 2016 ihre neunjährige Tochter in Lindau getötet.
  • Vor zwei Jahren war sie in einem Prozess freigesprochen worden.
  • Jetzt muss die Frau doch ins Gefängnis.

Update vom 11. März: Nach der Tötung ihrer neunjährigen Tochter muss eine psychisch kranke Mutter für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht  Kempten verurteilte die 50 Jahre alte Frau am Mittwoch wegen Mordes an dem Kind. Aufgrund ihrer Krankheit war die Frau allerdings nur eingeschränkt schuldfähig. Die Strafkammer folgte mit dem Urteil weitgehend der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigerin der deutschen Staatsangehörigen hatte einen Freispruch verlangt, weil ihre Mandantin bei der Tat aufgrund ihrer Depression schuldunfähig gewesen sei.

Die Angeklagte hatte zugegeben, im September 2016 in Lindau am Bodensee ihr Mädchen erstickt zu haben, um sich dann selbst zu töten. Der Suizidversuch mit einem Tablettencocktail misslang aber. Vor zwei Jahren war sie in Kempten wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil aber auf und verwies es an eine Strafkammer in Kempten zurück.

In dem Verfahren hatten zwei psychiatrische Sachverständige unterschiedliche Gutachten dazu vorgetragen, ob die Frau als schuldunfähig oder als bedingt schuldfähig anzusehen sei.

Mutter tötet Tochter (9) in Lindau - und wird freigesprochen

Erstmeldung vom 27. März 2018

Kempten - Nach dem gewaltsamen Tod eines neunjährigen Mädchens in Lindau ist die Mutter am Dienstag vor dem Landgericht Kempten freigesprochen worden. Damit folgte das Gericht der Verteidigung, die zuvor auf Freispruch plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Haftstrafe wegen Totschlags gefordert, wie ein Gerichtssprecher sagte. In seiner Urteilsbegründung habe das Gericht die „Ausnahmesituation bei einem sogenannten Mitnahmesuizid“ betont. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Den Ermittlungen nach hatte die Mutter im September 2016 zunächst ihrer Tochter dämpfend wirkende Medikamente gegeben und die schlafende Neunjährige dann nachts mit einem Kissen erstickt. Danach soll die Frau selbst einen Arzneicocktail geschluckt haben. Hintergrund der versuchten Selbsttötung sei der Suizid des Lebensgefährten der Frau zwei Monate zuvor gewesen, hieß es in der Anklage. Die Mutter habe den Tod ihres Freundes nicht verwinden können und sei psychisch auch nicht in der Lage gewesen, ihre Tochter für ihre geplante Selbsttötung bei Verwandten unterzubringen.

Das Familiendrama wurde erst einen Tag später entdeckt. Polizisten fuhren zu dem Haus, nachdem die Grundschule die Beamten informiert hatte, dass das Mädchen am Vortag nicht zum Unterricht gekommen war. Auch der Arbeitgeber der Mutter meldete die Frau als vermisst.

dpa

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