„Da ist alles schiefgelaufen“

Auto rammt Schulbus: Über 20 Kinder verletzt - Rettungskräfte finden Unfallstelle nicht

Bei einem Unfall mit einem Schulbus wurden zahlreiche Kinder verletzt.
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Bei einem Unfall mit einem Schulbus wurden zahlreiche Kinder verletzt.

Es passiert nicht oft, dass Rettungskräfte die Einsatzstelle partout nicht finden können. Besonders ärgerlich - bei diesem Einsatz wurden Schulkinder verletzt.

  • Ein Auto rammt in Kühbach einen Schulbus.
  • Als die Retter endlich am Unfallort eintreffen, sind die Kinder bereits weg.
  • Erst in ihren Schulen können sie medizinisch versorgt werden.

Kühbach ‒ An diesem Donnerstag (29. Oktober) schien sowohl für die Polizei als auch für die Rettungskräfte im Landkreis Aichach (Schwaben) nichts richtig zu laufen. Schon allein wegen der Meldung „Unfall mit Schulbus“ standen die Helfer wohl unter Strom. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn man die Unfallstelle einfach nicht finden kann. Noch viel ärgerlicher ist es, wenn die Kinder, die eigentlich in dem Schulbus saßen, nicht mehr da sind.

Kühbach: Autofahrer rammt Schulbus - Helfer suchen an falscher Stelle

Es war gegen 7.45 Uhr, als ein Schulbus auf dem Weg nach Schrobenhausen war. Am Ortsausgang von Kühbach (Landkreis Aichach-Friedberg) hat es dann gekracht, schreibt die Augsburger Allgemeine (hinter einer Bezahlschranke). Der 38-jährige Busfahrer musste zwischen dem Postweg und der Brunnenstraße plötzlich verkehrsbedingt bremsen und anhalten. Das übersah ein 20-jähriger Opel-Astra-Fahrer und knallte in das Heck des Busses. Der Fahrer eines Kleinbusses war Zeuge des Unfalls und verständigte umgehend die Polizei. Doch was die Beamten nicht wussten, sie wurde an eine falsche Stelle geschickt.

Der Anrufer schickte die Polizei und die Rettungskräfte zur nahegelegenen B 300. Doch als die Helfer dort eintrafen, war von einem Unfall natürlich nichts zu sehen. Sie riefen noch einmal bei dem Unfallmelder an. Aber erst nach einigem hin und her fanden die Einsatzkräfte die Unfallstelle etwa 30 Minuten später. Die lag Luftlinie etwa einen Kilometer von ihrem Startpunkt auf der B 300 entfernt, sagte Polizeisprecher Peter Löffler. Endlich am Einsatzort angekommen, gab es jedoch das nächste Problem. Die Kinder wurden bereits mit einem Ersatzbus zu ihren Schulen nach Schrobenhausen gebracht.

Kühbach: Sanitäter versorgen die verletzten Kinder in der Schule

Vor Ort fanden die zahlreichen Retter nur den leichtverletzten Opel-Fahrer, der zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Der Busfahrer erklärte den Helfern dann, dass die knapp 50 Kinder mit einem anderen Bus zu ihren Schulen gebracht wurden. Erst dort stellte sich heraus, dass es vielen von ihnen nicht so gut ging, wie es zunächst schien. Die Schulleitungen der drei betroffenen Schulen meldeten sich daraufhin bei der Polizei und die schickte etwa 40 Sanitäter nach Schrobenhausen, um die Kinder zu versorgen.

Bilanz des Unfalls: Vier Schüler mussten ins Krankenhaus gebracht werden. 23 Kinder wurden leicht verletzt an ihren Schulen versorgt. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von rund 10.000 Euro. Warum die Schüler, ohne auf den Rettungsdienst zu warten, weggebracht wurden, muss jetzt die Polizei klären. Besonders bitter war die Situation auch für die zahlreichen Helfer, die zum Unfall ausgerückt waren. Sieben Krankenwagen, sechs BRK-Einsatzwagen, die Feuerwehren aus Hörzhausen, Rettenbach, Peutenhausen, Gachenbach und Schrobenhausen sowie die Polizei aus Aichach und Schrobenhausen waren zur Untätigkeit verdammt. „Da ist wirklich alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann,“ sagte Polizeisprecher Löffler am Ende über den Einsatz. (tel)

Der Chef des Gesundheitsamts Aichach-Friedberg hat sich mit der Corona-Strategie von Ministerpräsident Markus Söder angelegt. Und in einem Labor in Augsburg kam es zu einer Panne bei der Auswertung von Corona-Tests.

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