Wie reagiert Söder?

Mitten im Corona-Lockdown: Polizeifeier mit Innenminister Herrmann sorgt für Aufruhr - „Das darf nicht sein“

Eine Party der Polizei sorgt für Aufsehen. Innenminister Joachim Herrmann war auch dabei.
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Eine Party der Polizei sorgt für Aufsehen. Innenminister Joachim Herrmann war auch dabei. (Archivbild)

Durch die Corona-Pandemie müssen sich alle Bayern einschränken. Ministerpräsident Söder erklärte, die Zeit der Schlupflöcher sei vorbei. Eine Polizeifeier sorgt nun für Aufsehen.

  • In Bayern gelten aufgrund der Corona*-Krise strenge Regeln.
  • Eine Feier der Polizei in Rosenheim verwundert deshalb.
  • Hier finden Sie die Corona-News aus Bayern. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen im Freistaat.

Update vom 17. Januar, 18.20 Uhr: Das Polizeipräsidium Rosenheim war am Sonntag für eine weitere Stellungnahme nicht zu erreichen. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) erreichte die Anfrage des Münchner Merkur am Sonntag kurz vor dem Mittagessen: „Gleich fürs Protokoll: Es gibt Reh, ich habe selbst gekocht und wir haben keinen Besuch.“ Die Aufregung kann er im Kern nicht nachvollziehen: „Jeder hatte seinen eigenen Tisch, die Abstände waren entsprechend groß. In meinen Augen lief das regelkonform ab.“ Der Oberbürgermeister hatte als Chef der Ordnungsbehörde teilgenommen.

Rund eine Stunde lang habe man das Thema Sicherheit in der Pandemie und die entsprechenden Verordnungen besprochen, dann sei das Treffen beendet gewesen. Über Form und Zeitpunkt der Veranstaltung könne man durchaus geteilter Meinung sein, räumt Andreas März ein. „Keine Frage, das war nicht glücklich gewählt. Aber es war auch keine Ausnahmesituation.“ Derartige Termine fänden in der Arbeitswelt trotz des Lockdowns nach wie vor überall in Deutschland statt. „Hätte das Ganze in einem Saal im Präsidium oder im Rathaus bei Kaffee und Butterbreze stattgefunden, wäre die Aufregung nicht halb so groß.“

Corona in Bayern: Abschiedsessen für Polizei-Vizepräsidentin sorgt für Ärger

(Erstmeldung) Rosenheim - Aufgrund hoher Corona*-Zahlen befindet sich Deutschland seit Wochen im Corona-Lockdown.* Am Dienstag steht der nächste Corona*-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel* und den Länderchefs an. Dann drohen erneute Verschärfungen der Maßnahmen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* warnte immer wieder, dass die Zeit der Schlupflöcher vorbei sei und sich alle an die Regeln halten müssen, um das Virus einzudämmen.

Corona in Bayern: Harte Lockdown-Regeln - Polizeifeier in Rosenheim verwundert

Aktuell dürfen Menschen in Bayern nur noch eine weitere Person eines Haushaltes treffen. Mit einem 15-Kilometer-Bewegungsradius in Corona-Hotspots sollen Ausflüge vermieden werden. Die Gastronomie ist nach wie vor geschlossen, ab 21 Uhr gilt außerdem eine Ausgangssperre. Einen Überblick über die Regeln finden Sie hier.

In ganz Bayern gelten strenge Maßnahmen. Besonders deshalb verwundert eine Feier der Polizei in Rosenheim. Am Donnerstag wurde dort der Abschied der Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Eva Schichl, gefeiert. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Kultur- und Kongresszentrum wurde auch ihr Nachfolger, Frank Hellwig, von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorgestellt. Nachdem Journalisten den Raum anschließend durch den Notausgang verlassen mussten, servierte eine Catering-Firma Essen. Nach Informationen der Bild-Zeitung gab es ein Drei-Gänge-Menü (Suppe, Kalb, Bayrisch Creme).

Corona in Bayern: Abschiedsfeier von Polizeivizepräsidentin in Rosenheim sorgt für Aufsehen

Bedient wurden nach Informationen der Zeitung zehn Teilnehmer, darunter Innenminister Herrmann, Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer, Polizeipräsident Robert Kopp und der Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März (CSU*). Wie die Bild weiter berichtet, wurde ein Sichtschutz aufgestellt, als eine Polizistin bemerkte, dass Bild-Reporter das Servieren und Abräumen fotografierten.

Mitten im Corona-Lockdown: Polizei feiert in Rosenheim Abschied -„Das darf nicht sein“

Laut Polizei handelte es sich um eine „Dienstbesprechung des Innenministeriums“. Aufgrund der Mittagszeit wurde dann auch Essen angeboten. Doch ist das in der aktuellen Zeit, in der sich viele Menschen aufgrund der Corona*-Krise extrem einschränken, vertretbar? „Das ist extrem unglücklich und absolut kein Vorbild. Das darf nicht sein. Unsere Branche steht komplett im Regen und da wird ein Schlupfloch gesucht. Und nicht zu vergessen: Wir dürfen derzeit alle nur eine Person treffen“, erklärt Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, gegenüber der Bild.

Video: Kommt der Mega-Lockdown? So ernst ist die Corona-Lage in Bayern

Polizei feiert in Rosenheim Abschied: „Markus Söder hat gesagt: Die Zeit der Schlupflochsuche sei vorbei“

Gastronom Christian Schottenhammel pflichtet dem bei: „Das ist nicht in Ordnung. Zur Solidarität gehört, dass alle mithelfen, um eine Verbreitung zu stoppen. Diese Veranstaltung hätte nicht stattfinden dürfen. Andere werden für so etwas bestraft.“ Und auch FDP-Fraktionschef Martin Hagen zeigt sich irritiert: „Markus Söder hat gesagt: Die Zeit der Schlupflochsuche sei vorbei. Man sollte doch annehmen, dass sein Innenminister das beherzigt.“ Die Staatskanzlei wollte sich auf Anfrage bisher nicht äußern. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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