Naturschützer in Alarmbereitschaft

In Bayern wird immer mehr Abfall illegal entsorgt

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Für Naturschützer ist die zunehmend illegale Abfallentsorgung ein großes Problem. So können dadurch Biotope zerstört werden, Tiere verlieren ihren Lebensraum. Aber auch für den Menschen ist der illegale Umgang mit Abfall gefährlich.

München - In Bayern wird immer mehr Abfall illegal entsorgt: Laut Landeskriminalamt kam es vergangenes Jahr zu 625 Straftaten, weil Abfall illegal befördert, gelagert oder verwertet wurde. 2014 waren es noch etwas mehr als 500 Fälle, das entspricht einer Zunahme von 18 Prozent.

„Eine verbreitete illegale Entsorgung ist bei uns die wilde Ablagerung von Grünabfällen, die von vielen offenbar als Naturrecht aufgefasst wird“, sagte Hartmut Hoffmann, Sprecher des Arbeitskreises Abfall und Rohstoffe des Bund Naturschutz (BN).

Was zunächst harmlos klingen mag, kann schwerwiegende Folgen haben: „Es sind dadurch schon Biotope zerstört worden“, warnte Hoffmann. „Die Pflanzen bekommen kaum noch Licht und werden möglicherweise durch das Gewicht der Abfälle zerquetscht.“ Im Laufe der Zeit zersetzen sich dann die Grünabfälle und es kommt zu einem Überangebot an Nährstoffen, auf das die Pflanzen nicht eingestellt sind. So können Tiere ihren Lebensraum verlieren.

Aber auch für den Menschen kann der illegale Umgang mit Abfall gefährlich werden. Ein Beispiel dafür ist das Heizen mit Altholz. „Die Verbrennung von belastetem Holz in gewöhnlichen Öfen führt zu erheblichen Schadstoffemissionen“, sagte Hoffmann. Diese Emissionen können für Nachbarn schwere gesundheitliche Schäden haben. Von den Behörden wird zu wenig dagegen unternommen, klagte der BN-Sprecher des Arbeitskreises Abfall und Rohstoffe.

Dabei werden laut Landeskriminalamt knapp 80 Prozent der Straftaten durch illegale Abfallentsorgung aufgedeckt. Wer überführt wird, dem drohen hohe Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. In besonders schweren Fällen können Täter wegen illegaler Abfallentsorgung sogar bis zu zehn Jahre hinter Gitter kommen. Vergangenes Jahr erfasste das Landeskriminalamt allerdings nur sechs Straftaten, durch die ein Gebiet dauerhaft verseucht oder eine bedrohte Tierart nachhaltig geschädigt wurde.

dpa

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