„Es muss niemand im freien übernachten“

Gute Nachricht für Obdachlose in Bayern

Nürnberg - Auch wegen teils leerstehender Flüchtlingsunterkünfte gibt es in diesem Winter ausreichend Noträume für Obdachlose in Bayern.

„Es muss niemand im freien übernachten, in den Großstädten sind ausreichend Kapazitäten vorhanden“, sagte Willi Kronberger von der Koordinationsstelle Wohnungslosenhilfe der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. Auch die Wohlfahrtsverbände verfügten über ein breites Netz an Räumen. Bei Bedarf könne das Platzangebot erweitert werden.

„Es gibt zahlreiche Immobilien, die als Flüchtlingsunterkünfte angemietet wurden, derzeit aber wegen der zurückgegangenen Zahl an Flüchtlingen leer stehen und sicherlich auch für Obdachlose genutzt werden könnten“, sagte Kronberger. „Ich sehe für diesen Winter keine Probleme.“

Schätzungsweise gibt es im Freistaat mehr als 12 000 Wohnungslose. „Das heißt aber nicht, dass diese Menschen unter Brücken schlafen“, betonte Kronberger. Unter den Oberbegriff Wohnungslose fielen auch viele Personen, die in kommunalen Einrichtungen untergebracht seien. Die Unterbringung von Obdachlosen ist Aufgabe der Gemeinden und Städte.

Kronberger bezeichnete es als weit verbreitetes Gerücht, dass Obdachlose sich bewusst für ein Leben auf der Straße entschieden hätten. Es sei ganz klar ein Armutsproblem. Der Verlust der eigenen Wohnung markiere oft den Endpunkt langjähriger Arbeitslosigkeit, sozialer oder familiärer Probleme.

dpa

Rubriklistenbild: © fkn

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