Bunte Prozessionen

Fronleichnam: Katholiken feiern bayernweit

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Fronleichnams-Prozession am Staffelsee.

München - Mit Prozessionen und Gottesdiensten unter freiem Himmel haben die Katholiken in Bayern am Donnerstag das Fronleichnamsfest begangen.

Zehntausend Gläubige kamen allein zu den Feierlichkeiten in München. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hielt den Festgottesdienst auf dem Marienplatz unter dem Leitwort „Antlitz der Barmherzigkeit“.

In seiner Predigt warnte Marx vor dem Missbrauch des Namens Gottes, „bei uns selbst und woanders“. Menschen dürften Gott nicht in die Hand bekommen, „um ihn zu benutzen und Religion zu verkleiden als ein Instrument der Tradition, der Identität, der Politik, auch der Moral„, sagte er weiter. Nach dem Gottesdienst zog die Prozession auf einem etwa drei Kilometer langen Weg durch die Innenstadt.

Im Mittelpunkt des katholischen Hochfestes steht die Eucharistie, die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Aber an Fronleichnam dürfe man nicht in der Frömmigkeit der Verehrung des eucharistischen Brotes stehen bleiben, betonte der Nürnberger Stadtdekan Hubertus Förster. Er forderte die 3 000 Gläubigen auf dem Hauptmarkt in Nürnberg auf, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und zu teilen.

In Seehausen (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) führte die Prozession von der Dorfkirche durch die farbenfroh geschmückten Straßen an den Staffelsee. Bei der einzigen Seeprozession in Bayern fuhren Geistliche und Gläubige mit Dutzenden Booten zur Insel Wörth, wo an der Kapelle die Wurzeln der dortigen Pfarrei liegen.

Im Hohen Dom zu Augsburg hielt Bischof Konrad Zdarsa ein Pontifikalamt. Das Fest hat im Bistum Augsburg eine besonders lange Tradition: 1286 fand in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession Bayerns statt. Erstmals wurde Fronleichnam 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben.

dpa

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