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Europaweiter Einsatz gegen mutmaßliche Rentner-Betrüger

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Ein Polizist trägt Handschellen und seine Dienstwaffe bei sich. © Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Polizisten haben europaweit mehrere mutmaßliche Betrüger einer kriminellen Bande festgenommen, die Senioren in Süditalien um hohe Geldsummen gebracht haben soll. Insgesamt nahmen die Ermittler 13 Menschen fest, davon zwei in Deutschland, vier in Italien und sieben in Rumänien, wie Europol am Freitag im niederländischen Den Haag mitteilte. Außerdem durchsuchten die Beamten in den Ländern insgesamt 23 Häuser, zwei davon in Deutschland.

Reggio Calabria/Den Haag - Mit ihrer Masche kam die Bande in Rumänien, bestehend aus fast 60 Mitgliedern, nach Schätzungen von Europol an mehr als eine Millionen Euro.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg sagte, in dem Zusammenhang seien zwei Menschen in Fürth in Mittelfranken festgenommen worden. Weitere Details nannte er nicht.

Die Ermittlungen begannen nach Angaben der italienischen Polizei 2018, als ein älterer Herr im kalabrischen Locri an der italienischen Stiefelspitze Anzeige gegen eine Rumänin erstattete. Diese habe ihm ihre Liebe vorgetäuscht und ihn dazu gebracht, binnen eines Jahres ungefähr 20 000 Euro ins Ausland zu überwiesen. Europol zufolge stand hinter der Masche eine kriminelle Familienbande, die es auf ältere, alleinlebende Männer zwischen 70 und 90 Jahren in Kalabrien absah.

Junge Frauen, die als Haushaltshelferinnen angestellt waren, sollten Europol zufolge die älteren Herren, mit denen sie teils eine körperliche Beziehung hatten, dazu überreden, ihnen höhere Geldsummen zu leihen. Als Vorwand nannten sie etwa gesundheitliche Probleme bei sich oder in ihrer Familie. Weigerten sich die Männer, zu bezahlen, wurden sie mitunter erpresst. In einem Fall erlitt ein Mann zwei Herzattacken, nachdem ihm eine Frau ein Beruhigungsmittel verabreichte, damit anschließend sein Haus leichter ausgeraubt werden konnte. dpa

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