Einjährige braucht OP

Arias Herz kann jeden Moment aufhören zu schlagen - Krankenkasse lenkt ein

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Aria ist ein Sonnenschein. Ihr Leben aber ist in Gefahr.

Es ist ein schweres Schicksal für Familie Draffin aus Bayern: Ihr jüngstes Kind, die einjährige Aria, kämpft um ihr Leben. Sie braucht ein neues Herz. 

Erlangen/Ellingen - Aria ist zu schwach, um eigenständig zu trinken. Das Kleinkind aus Ellingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) wird über eine Magensonde ernährt. Ihre Zeit läuft ab, wenn sie nicht schnell operiert wird. 

Der Radiosender Bayern 3 berichtet über die bewegende Geschichte aus Mittelfranken. Es um die kleine Aria Draffin, die am 1. Juni ein Jahr alt wurde. Die Kleine wurde mit einem angeborenen Herzfehler geboren. Zunächst wurde das aber nicht festgestellt, sie entwickelte sich altersentsprechend.

„Die Aria atmet nicht mehr!“

Dann die dramatische Wende. Der Albtraum begann am 13. November 2017 - Arias erleidet einen Herzstillstand. Ihr Opa Martin Gruber hört ihre Mutter panisch schreien: „Die Aria atmet nicht mehr, die Aria atmet nicht mehr“. Er kann ihr das Leben retten, sie reanimieren. Im Rückblick sagt Gruber: „Es war die schlimmste Zeit. Diese Viertelstunde bis der Rettungswagen gekommen ist.“

Mit einem Notarzt wird das Baby ins Krankenhaus gebracht. Dort stellt man die angeborene Herzschwäche fest. Die linke Herzkammer des Kindes ist zu groß, ihr Herz muss viel zu schnell schlagen um den Körper zu versorgen. Dr. Helga Prießmann von der Kinderkardiologie Erlangen erklärt in der ARD-Sendung Brisant: „Es wird immer schlechter werden. Momentan reicht die Kraft nicht mehr zum Trinken. Irgendwann reicht die Kraft nicht mehr, dass die Nieren funktionieren und durchblutet werden. Dann geht es Stück für Stück bergab.“ 

In Deutschland müsste Aria bis zu zwei Jahre auf ein neues Herz warten

Die einzige Lösung: Aria braucht ein neues Herz. Seit Februar wird sie auf der Spendenliste als hochdringlich gelistet. In Deutschland aber gibt es zu wenige Spenderorgane, eine Transplantation würde zu lange dauern. Bis zu zwei Jahre müsste das Mädchen warten. Jeden Moment aber kann das Herz des kleinen Sonnenscheins wieder aufhören zu schlagen. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit.  

Es gibt einen Hoffnungsschimmer: Arias Vater ist US-Amerikaner. Das Kind besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Eine Klinik in den USA hat sich bereit erklärt, das Kleinkind zu operieren. Das könnte sie retten, denn in den Staaten dauert die Wartezeit auf ein Spenderorgan in der Regel unter einem Monat.

Riesige finanzielle Belastung

Doch es gibt ein riesiges Problem: Das Geld! Es wäre ein Ambulanzflug für rund 66.000 Euro in die USA nötig. Dazu die Kosten für die OP und die weitere Behandlung. Die Klinik verlangt 570.000 Dollar - davon die Hälfte im Voraus. 

Eine enorme finanzielle Belastung für die fünfköpfige Familie. Die Krankenkasse der Draffins blockte zunächst ab. Es sei keine Kostenübernahme möglich. Nun berichtet Bayern 3, dass sich die Krankenkasse am Montagnachmittag doch noch bewegt hat. Arias Mutter Sabrina erzählt bei den Frühaufdrehern: "Wir haben uns gefreut und sind in Tränen ausgebrochen, weil es eine Riesenlast von unseren Schultern nimmt." 

Noch ist aber nicht klar, wie viel die Krankenkasse übernehmen wird. Deshalb ruft Bayern 3 weiter zu Spenden für die Familie auf. Zusammen mit der Hilfsorganisation "Kinderschicksale Mittelfranken e.V." hat die Familie die Aktion "Spenden für Aria" eingerichtet.

Hier können Sie den Brisant-Beitrag sehen

Arias Mutter bloggt über den Krankheitsverlauf: Herzkind Aria

mag

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