1300 Patienten sollen sich testen lassen

Arzt infiziert Patienten in Donauwörther Klinik mit Hepatitis C: Betroffenenzahl steigt weiter an

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Vermutlich bei Operationen hat ein Arzt in Donauwörth mehrere Patienten mit Hepatitis C infiziert.

In einer Klinik in Donauwörth hat ein Arzt Patienten mit Hepatitis C infiziert. 1200 weitere sollen sich untersuchen lassen. Die Zahl der bestätigten Infektionen steigt derweil weiter an.

Update vom 21. Oktober 2018:

Die Meldungen über weitere infizierte Patienten hören nicht auf. Die Zahl der Erkrankten ist nun auf 38 gestiegen, teilte das Landratsamt Donau-Ries am Mittwoch mit. Fast 1300 frühere Patienten sollen sich deswegen auf Hepatitis C testen lassen. Bislang liegen erst die Ergebnisse von rund 570 Patienten vor, die vom Gesundheitsamt angeschrieben wurden.

Update vom 30. Oktober 2018:

Nach dem Skandal um Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus gibt es inzwischen 29 betroffene Patienten. Dies teilte das Landratsamt Donau-Ries am Dienstag mit. Ein ehemaliger Narkosearzt wird verdächtigt, bei Operationen seine Patienten reihenweise mit der Leberentzündung angesteckt zu haben. Fast 1300 frühere Patienten sollen sich deswegen auf Hepatitis C testen lassen.

Gegen den Anästhesisten ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Mediziner litt selbst an Hepatitis C und war medikamentenabhängig. Wie er bei den Operationen die Klinikpatienten angesteckt haben soll, ist bislang unklar. Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die durch ein auf dem Blutweg übertragenes Virus verursacht wird. Im schlimmsten Fall entwickelt sich Krebs aus der Infektion, es gibt allerdings auch gute Heilungschancen.

Die Zahl der Infizierten wird voraussichtlich noch deutlich steigen. Bislang liegen erst die Ergebnisse von rund 470 Patienten vor, die vom Gesundheitsamt angeschrieben und zu Tests aufgefordert wurden.

Update vom 26. Oktober 2018: Zahl der Infektionen steigt weiter

In dem Skandal um die Infektion von Patienten durch einen ehemaligen Narkosearzt in einer Donauwörther Klinik wurden neue Fälle vom Gesundheitsamt bestätigt. Damit steigt die Anzahl der Infizierten auf 23. Es sollen noch über 1000 weitere Patienten untersucht werden. Zudem erstellt das zuständige Gesundheitsamt derzeit noch eine weitere Liste mit Patienten des Narkosearzts, die sich untersuchen lassen sollten. Wie viele Menschen darauf stehen, ist noch nicht bekannt.

Update vom 24. Oktober, 17 Uhr: Weitere 500 Patienten sollen sich auf Hepatitis testen lassen 

Die Affäre um Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus nimmt immer größere Dimensionen an. Die Auswertung der Operationsprotokolle der Klinik hat ergeben, dass sich nun etwa 500 weitere Patienten auf die Krankheit testen lassen sollten. Dies sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamts Donau-Wörth, Rainer Mainka, am Mittwoch. Damit werden rund 1200 Patienten von der Behörde aufgefordert, beim Hausarzt einen Test machen zu lassen. Bislang gibt es 16 bestätigte Fälle.

Update vom 22. Oktober, 16 Uhr:  Mittlerweile zwölf Hepatitis-C-Infektionen in Donauwörther Klinik

Donauwörth - Die Zahl der Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus steigt weiter an. Wie Gesundheitsamtsleiter Rainer Mainka am Montag berichtete, sind inzwischen zwölf erkrankte Patienten bekannt. „Wir rechnen mit weiteren Fällen“, sagte er. Ein Narkosearzt der Donau-Ries Klinik, der selbst an Hepatitis C litt, soll Patienten bei Operationen mit der Leberentzündung angesteckt haben. Der Mediziner arbeitet seit einigen Monaten nicht mehr in Donauwörth und ist nach Angaben der Behörden inzwischen auch nicht mehr infektiös. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben des Landratsamtes Donau-Ries war der Anästhesist medikamentenabhängig. Da normalerweise nur über Blutkontakt Hepatitis C übertragen werden kann, ist bislang völlig rätselhaft, wie der Narkosearzt seine Patienten infiziert haben könnte. Es wird darüber spekuliert, dass er Spritzen, mit denen er sich selbst Arzneien injiziert hat, dann bei den OPs für die Kranken verwendet haben könnte.

Update vom 17. Oktober, 15 Uhr: Keine weiteren Verdachtsfälle bekannt

Nach der Infektion mehrerer Patienten mit Hepatitis C während Operationen im nordschwäbischen Donauwörth sind bislang keine weiteren Verdachtsfälle bekanntgeworden. Ein ehemaliger Narkosearzt der kommunalen Donau-Ries Klinik soll mindestens fünf Patienten mit der Leberentzündung angesteckt haben. Der Mediziner hatte selbst die Krankheit. Wie er seine Patienten infiziert haben soll, ist bisher völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den nicht mehr in Donauwörth tätigen Arzt.

Wie das Landratsamt in Donauwörth am Mittwoch berichtete, werden noch in dieser Woche fast 700 weitere Patienten des Anästhesisten ein Informationsschreiben erhalten. Alle Kranken, die zwischen November 2016 und April 2018 von dem Arzt eine Narkose erhalten haben, sollen sich bei ihrem Hausarzt auf Hepatitis C testen lassen. Patienten, die in der fraglichen Zeit in dem Krankenhaus waren und nun keinen Brief vom Gesundheitsamt bekommen, seien nicht betroffen.

Update vom 16. Oktober, 16 Uhr: Patienten der Klinik sollen sich untersuchen lassen

Bei dem Arzt, der in einer Klinik in Donauwörth vier Patienten mit Hepatitis C infiziert haben soll, handelt es sich laut des Landratsamts Donau-Ries um einen Anästhesisten, der mittlerweile nicht mehr am Krankenhaus beschäftigt ist. Inzwischen stieg zudem die Zahl der Verdachtsfälle von vier auf fünf.

Nach Einschätzung der Kreisbehörde könnte der selbst infizierte Mediziner zwischen November 2016 und April 2018 die Patienten angesteckt haben. „In diesem Zeitraum wurden insgesamt 693 Patientinnen und Patienten vom beschuldigten Mediziner narkotisiert.“

Diese Betroffenen sollen sich nun bei ihrem Hausarzt auf die Krankheit untersuchen lassen. Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Nach Angaben des Gesundheitsamtes in Donauwörth gebe es inzwischen aber auch gute Heilungschancen.

Das Landratsamt betonte, dass es inzwischen keine Infektionsgefahr in dem Krankenhaus mehr gebe. Der Verdacht der möglichen Körperverletzung konzentriere sich ausschließlich auf den ehemaligen Narkosearzt, sagte Amtsarzt Rainer Mainka. Eine Ansteckung unter gewöhnlichen Umständen sei eher unüblich. Daher werde nun ermittelt, ob ein ärztliches Fehlverhalten vorlag, erklärte der Gesundheitsamtschef.

Erstmeldung: Vermutlich bei Operation: Arzt infiziert mehrere Patienten in Klinik mit Hepatitis C 

Donauwörth  - Im nordschwäbischen Donauwörth sind vermutlich mehrere Patienten bei Operationen in einer Klinik mit Hepatitis C infiziert worden. „Nach bisherigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass die Übertragung des Virus durch einen Arzt des Krankenhauses erfolgte, der mit dem Virus infiziert war“, teilte das Landratsamt Donau-Ries mit. 

Wie genau der Mediziner die Patienten angesteckt haben soll, war zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Wie die Behörde berichtete, sind dem Kreisgesundheitsamt bislang vier Fälle bekannt. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass weitere Patienten der Donau-Ries-Klinik betroffen sind. 

Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die durch ein auf dem Blutweg übertragenes Virus verursacht wird. Infektionen verlaufen nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist chronisch und zählen zu den wichtigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs. Oft bleibt Hepatitis C längere Zeit unbemerkt.

dpa/lby

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