„Der ländliche Raum ist kein Museum“

CSU-Mehrheit macht Weg für umstrittene Skischaukel im Allgäu frei

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Mehrere hundert Demonstranten protestierten am 12. August der Allgäuer Festwoche in Kempten gegen die geplante Skischaukel am Riedberger Horn.

Es gab Proteste im Allgäu, aber die CSU will die Skischaukel am Riedberger Horn durchsetzen. Heimatminister Markus Söder verteidigte das Projekt am Donnerstag im Landtag. 

München - Mit ihrer Mehrheit im Landtag hat die CSU die umstrittene Reform des Landesentwicklungsprogramms (LEP) beschlossen - und damit auch den Weg für eine Skischaukel im Allgäu frei gemacht.

Heimat- und Finanzminister Markus Söder (CSU) verteidigte am Donnerstag die Reform, mit der unter anderem die Regeln für Gewerbegebiete abseits bestehender Siedlungen gelockert werden. „Der ländliche Raum ist kein Museum, sondern der ländliche Raum ist Zukunftsraum, den wir in Bayern stärken und erhalten wollen“, sagte er. Neben „sensiblem Wachstum“ in den Städten brauche es „Beschleunigung“ auf dem Land.

80 Hektar werden geopfert - für 304 Hektar Ersatzfläche

Der Streit über die geplante Skischaukel am Riedberger Horn dauert schon Jahre: Die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein wollen ihre Skigebiete mit einem neuen Skilift verbinden, um angesichts der Konkurrenz in Österreich attraktiv zu bleiben. Dafür werden nun 80 Hektar benötigte Fläche aus der strengsten Alpen-Schutzzone C herausgenommen - und eine Ersatzfläche von 304 Hektar neu dort aufgenommen. Den Liftbau an sich muss dann das Landratsamt endgültig prüfen und genehmigen. Ob das Projekt am Ende umgesetzt werden kann, ist aber ohnehin noch offen: Die Kritiker drohen mit Klagen.

Söder verteidigte die für den Skilift-Bau nötige LEP-Änderung. Dies sei ein Einzelfall, und er werde dies seiner Einschätzung nach auch bleiben. Und die strenge Schutzzone C werde unter dem Strich sogar vergrößert: „Es gibt mehr Naturschutz dort und nicht weniger.“

dpa

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