Alpenverein reagiert prompt

Kein Einzelfall: Wanderer schlafen entgegen Corona-Regel zu viert in Hüttenzimmer - und erpressen danach Wirt

Bad Kissinger Hütte
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Wanderer haben in Berchtesgaden auf einer Hütte übernachtet - und anschließend den Hüttenwirt wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln erpresst. Bei dem Foto handelt es sich um ein Symbolbild.

Dreister geht‘s kaum: Wanderer haben in einer Hütte in Berchtesgaden übernachtet - entgegen der Corona-Regeln zu viert in einem Zimmer. Hinterher hängten sie den Wirt dran.

  • In Berchtesgaden haben Wanderer zu viert in einem Zimmer auf einer Hütte übernachtet - entgegen der geltenden Corona-Regeln.
  • Nach dem Aufenthalt erpressten sie den Hüttenwirt mit einem Drohbrief.
  • Der DAV veröffentlichte den Brief auf Facebook.
  • Viele weitere spannende Geschichten aus Bayern und den Regionen gibt es in unserer App.

In Corona-Pandemie: DAV-Hütten sind beliebte Wanderziele - seit sie wieder geöffnet sind

Kaum zu fassen, was sich in manchen Hütten in Berchtesgaden in der Corona-Pandemie abspielt. Die Hütten sind - seit sie wieder Gäste beherbergen dürfen - beliebte Ziele für Wanderer, an schönen Wochenenden sind sie schnell mal an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Diesen Umstand wollen manche Wanderer jetzt offenbar für ihre Zwecke nutzen.

Wanderer warten förmlich, dass Wirt Corona-Regeln nicht einhält

Mehrfach sei es schon vorgekommen, dass Wanderer Hüttenwirte ganz genau beobachten und fast schon auf deren Verstoß gegen eine Corona-Regel warten, um sie zu erpressen. Gehe der Wirt nicht auf die Forderung nach einem kostenlosen Essen oder einer kostenlosen Übernachtung ein, drohten diese Wanderer damit, ihn anzuzeigen.

Wanderer fordern nach Übernachtung dreist Geld zurück

Das berichtet bgland24.de* und beruft sich auf ein Gespräch mit Daniel Hrassky, DAV-Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit und Presse Berchtesgaden. Jüngstes Beispiel hat sich auf einer Hütte in den Berchtesgadener Alpen zugetragen - und ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten.

Wanderer übernachteten zu viert in einem Zimmer - obwohl es verboten ist

Laut bgland24.de übernachtete eine Gruppe Wanderer auf dieser Hütte, die namentlich nicht genannt wird - und zwar in einer derzeit wegen der Corona-Pandemie verbotenen Konstellation: zu viert und aus mehreren Hausständen stammend in einem Zimmer.

Nach der Übernachtung versuchte die Gruppe per Brief, den Hüttenwirt damit zu erpressen, dass er dies trotz der geltenden Corona-Regeln zugelassen hat. Der Deutsche Alpenverein Sektion Berchtesgaden hatte den Brief auf Facebook veröffentlicht. 

DAV veröffentlicht Drohbrief gegen Hüttenwirt auf Facebook

Die Resonanz war gigantisch. Die meisten User kommentierten deutlich, was sie von der Forderung hielten: „unverschämt“, war zu lesen, und auch „Jeder geht mit Eigenverantwortung in die Berge.“  Inzwischen ist der Post gelöscht. Hier der Brief, wie ihn bgland24.de im Wortlaut veröffentlicht hat:

Drohbrief an DAV-Hüttenwirt in Ausschnitten

"Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir Ihnen bereits vor Ort mündlich unter Zeugen mitgeteilt haben, ist es nicht erlaubt derzeit vier Personen aus vier unterschiedlichen Hausständen in ein kleines Zimmer (ca.3x3m) wie wir es hatten einzuquartieren. Auf unsere Aufforderung hin, dies mit uns zu unterlassen, wollten Sie ja wegen "gnadenloser Überbuchung" nicht reagieren bzw. erst gar nicht darauf eingehen.

(...) Wir bitten Ihnen jetzt einmalig und außergerichtlich an, als Entschädigung- und Entschuldigung uns den somit illegalen Übernachtungspreis (3 Personen á 36 Euro) komplett zu erstatten."

Wanderer drohen Hüttenwirt in Berchtesgaden mit Anzeige

Die Wanderer gehen noch weiter: Sollte die Zahlung nicht erfolgen, würden sie Anzeige erstatten und das Verhalten des Wirts an Gesundheitsamt und andere Behörden melden.

Inzwischen haben sich die Wanderer bei DAV und dem Hüttenwirt entschuldigt

Der DAV Sektion Berchtesgaden reagierte sofort und zeigte die Drohung der Polizei, die das Vorliegen einer Straftat bestätigte. Inzwischen hat sich der Briefschreiber allerdings gemeldet und entschuldigt. Die Sache sei geklärt und erledigt, so Hrassky vom DAV gegenüber bgland24.de. Klar ist allemal: Es sei nach offizieller Lesart der aktuellen Gesetze Verantwortung der Gäste selbst, sich an die Regeln zu halten. Und, so Hrassky: "Speziell in dieser Zeit ist es wichtig zusammenzuhalten und andere nicht bewusst zu schädigen."

sta

*bgland24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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