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Dramatische Corona-Lage in Bayern: Erste Städte sagen Weihnachtsmärkte ab

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Von: Tanja Kipke

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Weihnachtsmarkt
Doch kein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt? Erste bayerische Städte haben ihre Märkte offiziell abgesagt. (Symbolbild) © Christoph Schmidt/dpa

Bayern hat den Katastrophenfall landesweit ausgerufen. Die Corona-Infektionslage im Freistaat ist dramatisch. Erste Regionen reagieren und sagen Weihnachtsmärkte ab.

Rosenheim - Die Corona*-Lage in Bayern ist ernst. Angesichts der dramatisch steigenden Infektionszahlen ruft Bayern erneut den landesweiten Katastrophenfall aus. Ministerpräsident Markus Söder* hatte es auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag bereits angekündigt. Am heutigen Mittwoch dann die Entscheidung der Staatsregierung: Man habe den Katastrophenfall ab dem 11. November angeordnet. Erste Regionen in Bayern reagieren ebenfalls auf die steigenden Fallzahlen. In einigen Städten wurden die geplanten Weihnachtsmärkte wieder gestrichen.

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Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu: Erste Regionen sagen Weihnachtsmärkte ab

Am Mittwoch teilte die Stadt Rosenheim* mit, der Christkindlmarkt werde heuer nicht stattfinden. Diese Entscheidung beruhe auf einer nachdrücklichen Empfehlung des Rosenheimer Gesundheitsamts. Oberbürgermeister Andreas März sei dieser Schritt nicht leicht gefallen: „Ich bedauere zutiefst, jetzt auch allen Geimpften und Genesenen die Vorfreude auf den Christkindlmarkt verderben zu müssen. Diese Situation ist für mich schwer und enttäuschend“, wird er in der Mitteilung zitiert. Man werde sogar von der Aufstellung einzelner Verkaufsstände, einem „Winter in Rosenheim“ oder dem im letzten Jahr durchgeführten „KulTürchen“ absehen.

Auch alle Märkte rund um den Tegernsee im Landkreis Miesbach wurden am Mittwoch abgesagt. Miesbach gehört zu den Kreisen mit den höchsten Inzidenzzahlen in Deutschland. In Bad Füssing fallen Glühwein und Co. ebenfalls aus. Auch der Christkindlmarkt in Simbach im deutschlandweiten Corona-Spitzenreiter-Landkreis Rottal-Inn wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Der Landrat hatte sich erst am Mittwoch in einem emotionalen Statement zu Wort gemeldet und um Hilfe gebeten

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Video: Weder 3G noch Maske: Söder über Weihnachtsmärkte in Bayern

Landkreis Fürth sagt alle Märkte ab - Muss auch der Christkindlesmarkt in Nürnberg dran glauben?

Eine ähnliche Entscheidung wurde im mittelfränkischen Landkreis Fürth getroffen: Die Weihnachtsmärkte in allen 14 Landkreisgemeinden seien abgesagt worden, teilte die Stadt Stein nach einem Treffen der Bürgermeister mit dem Landrat mit.

In Nürnberg laufen unterdessen die Vorbereitungen für den international bekannten Christkindlesmarkt weiter. Erst in der letzten Woche wurde das neue Christkind gewählt, das Ende November den diesjährigen Markt eröffnen soll. Bisher gab es keine offizielle Absage aus dem Nürnberger Rathaus. Die Hoffnung, dass der berühmte Markt stattfinden kann, bleibt also bestehen. Ebenso in München.

Derzeit gilt in Bayern noch das Rahmenkonzept, wonach Weihnachtsmärkte im Freien stattfinden dürfen - ohne Alkoholverbot. Die SPD im Landtag verlangt in einem Dringlichkeitsantrag daher einen Beschluss der Staatsregierung, in welchem Rahmen die Märkte nun stattfinden sollen. „Die Corona-Infektionszahlen steigen gerade exponentiell, ab dem 11. November gilt in Bayern zudem der Katastrophenfall“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann. Es sei höchste Zeit, die Ankündigungen von Mitte Oktober anzupassen, wonach die Märkte praktisch ohne alle Corona-Maßnahmen stattfinden sollen, sagte Waldmann. Andere Bundesländer mit niedrigeren Inzidenzwerten haben bereits Entscheidungen getroffen. Bayern hingegen nicht. (tkip/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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