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Gift-Champagner bei Party in Bayern: Besitzer schildert grausige Details - „Hatten Schaum vor dem Mund“

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Von: Cornelia Schramm

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In Weiden ist ein Mann gestorben, nachdem er einen mit Ecstasy vergifteten Champagner getrunken hat. Die Ermittler geben nun neue Details zu dem Fall bekannt.

Update, Montag, 14. Februar, 16.30 Uhr: Im Falle einer mit Ecstasy vergifteten Champagner-Flasche konnten zwei der Opfer die Klinik am Montag wieder verlassen, das teilte der leitende Oberstaatsanwalt Schäfer mit. Bis Mittag sei bereits ein Teil der Verletzten als Zeugen vernommen worden. Weitere Befragungen stünden aus.

Der Fokus der Ermittler liegt auf der Herkunft der Champagnerflasche. „Der Vertriebsweg wird genau ausgeleuchtet“, sagte Schäfer. Es werde geprüft, ob beziehungsweise wo oder von wem die Flasche manipuliert wurde. Es wäre durchaus möglich, eine Flasche zu öffnen, die Drogen einzufüllen und die Flasche wieder so zu verschließen, dass es nicht auffällt. Der Hersteller sei bislang noch nicht kontaktiert worden, so Schäfer.

Vergiftungs-Drama in Weiden: Gäste hätten sofort Geschmack von Champagner beanstandet

Die Gäste in dem Restaurant sollen sofort den Geschmack des Champagners beanstandet haben. „Der war wohl auffällig, um nicht zu sagen: scheußlich“, so Schäfer. Das in der Flasche enthaltene Ecstasy sei hochkonzentriert gewesen. Schon eine geringe Menge habe ausgereicht, um körperliche Reaktionen hervorzurufen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Ermittler derzeit nicht davon aus, dass einer der Gäste die Droge in die Flasche schüttete. Ein Teilnehmer aus der Runde filmte zudem das Öffnen der Flasche. Bei der Gruppe soll es sich um Stammgäste gehandelt haben - auch die Wirtin stieß mit an. Einem Polizeisprecher zufolge bleibt das Restaurant vorerst geschlossen.

Die Leiche des Toten wurde obduziert, die Ermittler gingen von einer Drogenvergiftung als Ursache aus. Der Oberbürgermeister von Weiden, Jens Meyer (SPD), sprach am Montag von einem „tieftraurigen Tag“. Der Eindruck von den Polizeiarbeiten vor Ort habe ihn tief bewegt. „Ich bin betroffen und fassungslos.“ Er sprach den Angehörigen des Toten sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. „Lassen Sie mich bitte wissen, wenn ich etwas für Sie tun kann“, schrieb er an die Opfer gerichtet.

Champagnerflasche vergiftet: Verpächter des Lokals -„Sie hatten Schaum vor dem Mund“

Update, Montag, 14. Februar, 15.20 Uhr: Im Rahmen der Live-Schalte des BR zum Ort des Vergiftungs-Dramas hat der Verpächter des Lokals, Harald Rippl, gesprochen. Seinen Berichten zufolge gab es an dem Abend ein großes Aufgebot an Einsatzkräften, wobei diese erst von einem Gasaustritt ausgingen.

Als die Menschen vom Rettungsdienst herausgetragen wurden, hätten sich schreckliche Szenen abgespielt. „Die Leute sahen aus, als hätten sie einen epileptischen Anfall. Sie hatten Schaum vor dem Mund. Zwei Frauen haben extrem geschrien, sodass Sie das zwei Häuser weiter noch gehört haben.“ Noch steht jedoch nicht fest, ob noch weitere solcher kontaminierten Flaschen im Umlauf sind.

Vergiftete Champagnerflasche: Oberstaatsanwaltschaft gibt Details über Flascheninhalt

Update, Montag, 14. Februar, 14.45 Uhr: Nach dem Tod eines Restaurantbesuchers in Weiden in der Oberpfalz steht fest: In einer Flasche Champagner hat sich die Droge Ecstasy befunden - und zwar „in erheblicher Konzentration“, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag sagte. Er verwies auf Ergebnisse einer ersten toxikologischen Untersuchung des Flascheninhaltes. Unklar sei noch, wie die Droge in die Flasche geraten ist.

Einen gezielten Anschlag schließen die Ermittler aus. Laut Schäfer besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich am Samstagabend mehrere Gäste im Alter zwischen 33 und 52 Jahren eine Flasche Champagner geteilt. Bald darauf hätten alle Vergiftungserscheinungen gezeigt. Acht Betroffene kamen in ein Krankenhaus, ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf starb noch in der Nacht zum Sonntag. Ein Opfer konnte die Klinik laut Polizei inzwischen wieder verlassen. Bis Montagmittag sei bereits ein Teil der Verletzten als Zeugen vernommen worden. Weitere Befragungen stünden aus, so Schäfer.

+++ In Kürze schaltet der BR live zum Ort des Vergiftungs-Dramas: Wir übertragen und tickern die Schalte zum Champagner-Gifttot in Weiden live hier.

Update, Montag, 14. Februar, 11.03 Uhr: Vergifteter Champagner soll zum Tod eines Mannes in einem Restaurant in Weiden in der Oberpfalz geführt haben. „Es hatte eine toxische, eine Giftwirkung“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag. „Es waren Dinge drin, die in einem Champagner eigentlich nicht vorkommen.“ Die toxikologischen Untersuchungen seien abgeschlossen. „Es gibt schon Ergebnisse“. Ob diese noch am Montag veröffentlicht werden, sei noch unklar. Den Bild-Bericht (siehe ursprünglichen Artikel weiter unten), wonach der Champagner mit der Droge Ecstasy versetzt gewesen sein könnte, wollte Schäfer nicht bestätigen.

Ursprünglicher Artikel, Sonntag, 13. Februar: Weiden in der Oberpfalz – Nach einem Besuch in einem italienischen Lokal in Weiden ist ein 52-jähriger Mann gestorben. „Nach vorläufigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass in dem Lokal acht Personen ein kontaminiertes Getränk getrunken haben, was zu Vergiftungserscheinungen führte“, sagt Andrea Meier, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Laut bild.de ist bereits klar, was in der riesigen Champagnerflasche war: eine große Menge Ecstasy. So viel, dass die kristalline Partydroge den Champagner pink färbte und dass selbst wenige Schluck aus jener Champagnerflasche tödlich wirkten.

Gegen halb ein Uhr nachts ging der Notruf bei den Rettungskräften ein. „Einige haben am Boden gelegen und ein paar hatten Krampfanfälle, als die Beamten eintrafen“, sagt Meier. Die acht Verletzten kamen in umliegende Krankenhäuser nach Regensburg, Amberg und Tirschenreuth. In einem von ihnen starb 52-Jährige aus dem Kreis Schwandorf, im Laufe der Nacht.

Die Gruppe hatte sich in dem italienischen Restaurant am Unteren Markt eine Magnum-Flasche Champagner geteilt, wie „Der Neue Tag“ berichtet. Parallel soll im Lokal eine Fernsehsendung gelaufen sein, an der ein Mann aus Regensburg teilnahm, den die Stammgäste kannten. Der Zeitung zufolge soll die Flasche korrekt verschlossen gewesen und am Vortag gekauft worden sein.

Weiden: Freundesgruppe trinkt aus Magnum-Flasche - ein Mann stirbt

„Aktuell gibt es keine Hinweise, dass im Lokal absichtlich etwas in die Flasche gefüllt wurde“, sagt Meier. Schon nach den ersten Schlucken aber soll den Gästen, zwischen 33 und 52 Jahre alt, übel geworden sein, so „Der Neue Tag“. Zudem sei das Getränk nicht transparent, sondern verfärbt gewesen.

Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden hat zur Aufklärung die Sonderkommission „Markt“ gegründet und erhofft sich Hinweise von Zeugen. „Ein Betroffener wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen“, sagt Meier. „Für die anderen besteht keine Lebensgefahr mehr.“

Die Soko wird nun klären müssen, wie die große Menge der Droge in den Champagner kommen konnte. Die Flasche wurde erst am selben Tag von Partygästen gekauft. Die wahrscheinlichste Theorie der Polizei lautet daher: Schmuggler haben die Droge in dem Champagner gelöst, um sie später wieder herauszufiltern und zu verkaufen. (sco)

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