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Breitband, Glasfaser und 5G in Bayern: Firmen fordern Tempo beim Netzausbau - Corona befeuert Zukunftspläne

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Von: Cornelia Schramm

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Surfen im Rekordtempo: Wo Glasfaser verlegt wurde, kann bald schnelleres Internet gebucht werden.
Surfen im Rekordtempo: Wo Glasfaser verlegt wurde, kann bald schnelleres Internet gebucht werden. © dpa/Symbolbild

Homeoffice ist in der Pandemie normal geworden. Doch dem müssen auch Internet- und Mobilfunkleitungen standhalten. Der Netzausbau in Bayern macht nur langsam Fortschritte.

München – Trotz Verbesserungen fühlen sich mehr als die Hälfte der bayerischen Unternehmen durch mangelnde Internetqualität beeinträchtigt. 54 Prozent sagten das einer Studie zufolge, die am Donnerstag von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) vorgestellt wurde. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gaben aber auch an, mit dem Internet zufrieden zu sein – so viele wie nie in der regelmäßigen Befragung, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw.

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Videokonferenzen, digitale Präsentationen und Veranstaltungen streamen: „Die Pandemie* wurde zur unerwarteten Bewährprobe“, so Brossardt. „Trotz hoher Belastung haben die Systeme aber standgehalten.“ Das zeigt die Studie sowie die Fortschritte des Breitbandnetzausbaus: Die Basisversorgung liegt in Deutschland bei 30 Megabit pro Sekunde. Mitte des vergangenen Jahres waren aber bereits 90,7 Prozent der Haushalte in Bayern potenziell mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgt. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als Ende 2019. Bei potenziell einem Gigabit pro Sekunde stieg der Versorgungsgrad mit 500.000 zusätzlichen Haushalten im vergangenen Jahr sogar um 9,4 Prozentpunkte auf 64 Prozent. Bei Gewerbestandorten sind die Quoten mit 89,9 beziehungsweise 58,6 Prozent aber noch etwas schlechter.

Breitbandausbau in Bayern: Albert Füracker fordert „ein Gigabit für alle“

„Ziel ist ein Gigabit für alle“, sagte Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU). Im Mobilfunkbereich etwa müsse 5G zum Standard werden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen werden auch in Zukunft stark auf netzabhängige Technologien setzen, um mobiles Arbeiten zu ermöglichen. „Bis 2025 ist 5G also ein Kernziel*“, sagte Brossardt. Ganz generell sei der Mobilfunkempfang in ländlichen Regionen, etwa auf Land- und Staatsstraßen, aber „noch stark ausbaubedürftig“.

Die größten Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt es bei sehr schnellem Internet: In der Stadt steht 86,9 Prozent der Haushalte ein Gigabit pro Sekunde zur Verfügung – im dicht besiedelten Regionen 53,3 und im ländlichen Raum nur 27 Prozent. Schnelles Internet, also mindestens 100 Megabit pro Sekunde, steht aber auch im ländlichen Raum schon für 77 Prozent der Haushalte zur Verfügung. Damit liegt Bayern über dem Bundesdurchschnitt von 69 Prozent.

Bei den Angaben zum Versorgungsstand ist das Wort „potenziell“ wichtig: Nicht jeder Haushalt nutze die Internet-Kapazitäten, die zur Verfügung stünden, so Füracker. „Mit dem Breitband-Wegweiser des Freistaates kann jeder ermitteln, was verfügbar ist und zu einem anderen der 45 Anbieter in Bayern wechseln.“ Von den rund 7,5 Millionen bestehenden Glasfaseranschlüssen in Deutschland wurden 2021 nur 33 Prozent genutzt. Das Problem: Wo keine Nachfrage ist, bauen Telekommunikationsunternehmen nicht weiter aus – daher sollte man das Angebot nutzen, so Fürackers Appell. (sco) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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