Internationale Betrügerbande am Werk

Bitcoin: Bayerischer Geschäftsmann um halbe Million betrogen

Ein Bild des Betrügers, der unter dem Namen Sebastian Mertens auftrat.
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Ein Bild des Betrügers, der unter dem Namen Sebastian Mertens auftrat.

Ein Geschäftsmann aus dem Landkreis Mühldorf ist Opfer einer internationalen Betrügerbande geworden. Er hat einen sechsstelligen Geldbetrag verloren. Die Kripo fahndet nach den Tätern.

Mühldorf – Für den Mühldorfer klang es nach einem guten Geschäft. Ihm wurde ein Darlehen im mittleren, einstelligen Millionenbereich in Aussicht gestellt. Das Angebot entdeckte der Mann im Internet. In einem Hotel in Brüssel stellte sich ihm ein Herr Gabriel Lahoud persönlich vor, um ihm weitere Informationen zu dem Investment zu geben. Er sagte dem Mühldorfer, er sei für ein international tätiges Investmentunternehmen tätig. In Wahrheit gehörte er aber zu einer internationalen Betrügerbande.

Bitcoin-Betrug: Von den Tätern fehlt jede Spur

Genau wie ein Mann, der sich als Peter Hilti ausgab und mit dem Mühldorfer mehrere Telefonate führte. Für das Darlehen müsse er zehn Prozent der Summe in Form der digitalen Währung Bitcoins als Kaution nachweisen, sagte man ihm. Mit diesem digitalen Guthaben wurde der Mühldorfer im August vergangenen Jahres nach Rom geschickt. Dort sollte er mit einem gewissen Sebastian Mertens weitere Modalitäten klären. Der jedoch brach das Treffen ab und vertröstete den Mühldorfer auf einen späteren Termin.

Das nächste Treffen fand wenige Tage später in Santa Margherita Ligure, etwa 40 Kilometer östlich von Genua, statt. Dort traf der Geschäftsmann auf einen Mann namens Alexander, der ihm durch ein geschicktes Täuschungsmanöver den USB-Datenträger mit dem digitalen Bitcoin-Guthaben entwendete. Seither fehlt von den Tätern jede Spur. Der Mühldorfer ist um einen mittleren sechsstelligen Betrag betrogen worden.

Bitcoin-Betrug: Staatsanwaltschaft Traunstein und die Kriminalpolizei Mühldorf ermitteln

Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Kriminalpolizei Mühldorf ermitteln im In- und Ausland nach den Betrügern. Bislang jedoch ohne heiße Spur. Deshalb haben sie nun die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten – auch in Italien, der Schweiz und Belgien.

Einer der Betrüger trat unter dem Namen Peter Hilti auf.

Von den Männern, die sich als Peter Hilti und Sebastian Mertens ausgaben, gibt es Fotos. Der Betrüger, der sich Gabriel Lahoud nannte, sah arabisch aus, war etwa 35 Jahre alt. Er hat eine normale Figur, lange schwarze Haare, sprach Englisch und gab vor, aus dem Libanon zu stammen. Der Mann, der sich Alexander nannte, war etwa 45 Jahre alt, Südeuropäer, auffallend korpulent und trug damals einen Vollbart und längere graue Haare. Er sprach Deutsch mit italienischem Einschlag. Die Kripo Mühldorf bittet unter der Nummer 0 86 31/3 67 30 um Hinweise zu den Betrügern. - mm

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