Fataler Fehler zu dieser Jahreszeit

Schlimmer Einsatz: Wanderer will Schneefeld umgehen - und stürzt wenige Meter vor Hütte in den Tod

Ein Rettungshubschrauber im Anflug auf die Schusterroute in den Berchtesgadener Alpen.
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Ein Rettungshubschrauber im Anflug auf die Schusterroute in den Berchtesgadener Alpen.

Ein Wanderer aus dem Raum Fürth wollte in den Berchtesgadener Alpen zu einer Hütte absteigen - und beging einen fatalen Fehler. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

  • Innerhalb von vier Tagen war dies der dritte Einsatz für die Rettungskräfte in der Schusterroute am Hohen Göll im Berchtesgadener Land. 
  • Diesmal mit tödlichem Ausgang.
  • Ein Wanderer wollte ein Schneefeld umgehen.

Berchtesgaden - Am Dienstagnachmittag (2. Juni), gegen 14.40 Uhr setzten zwei Bergwanderer einen Notruf ab, da sie gesehen hatten, wie im Abstieg über die Schusterroute eine Person abgestürzt war. Das berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Bergsteiger beobachten Schockszene in Berchtesgadener Alpen

Die Absturzstelle befindet sich nur noch wenige Meter oberhalb des Purtschellerhauses auf etwa 1800 Höhenmeter. Ein trauriges Ende nahm auch eine Bergtour im Ammergebirge. Vor den Augen seiner Frau stürzte ein Wanderer am Pürschling in den Tod.

Berchtesgaden: 57-Jähriger aus Raum Fürth allein in Bergen unterwegs

Ein 57-jähriger Mann aus dem Raum Fürth, war am Morgen allein vom Ofnerboden an der Roßfeldstraße aus aufgebrochen um über den Kehlstein, Mannlgrat zum Hohen Göll zu gehen. 

Wanderer entscheidet sich zum Abstieg Richtung Purtschellerhaus

Am Ende des Mannlgrates auf etwa 2250 Höhenmeter entschloss er sich, nicht mehr auf den Gipfel zu steigen, sondern über die Schusterroute in Richtung Purtschellerhaus hinunterzugehen. 

Und das leitete eine fatale Kette an Ereignissen ein. Die Bergwacht Berchtesgaden kennt diesen Abstieg, vor allem zu dieser Jahreszeit. Bereits in den letzten Tagen kam es mehrmals zu Einsätzen an der Schusterroute.

Tödlicher Bergunfall in Berchtesgadener Alpen: Fataler Abstieg über Schnee-Nordseite

Das Problem: Der Abstieg verläuft an der Nordseite des Berges. Dort liegt noch viel Schnee. Der Mann zog dafür seine sogenannten Grödel, kleinere Steigeisen, die ein Rutschen auf glattem Geländer verhindern sollen. Anschließend stieg er in Richtung Purtschellerhaus ab. 

Fast hatte es der Mann aus dem Raum Fürth geschafft. Nachdem der bereits den größten Teil des Abstieges bewältigt hatte, wollte er ein letztes Schneefeld umgehen. Das stellte sich als fataler Fehler heraus.

Dabei rutschte er aus und stürzte ca. 80 Höhenmeter über felsdurchsetztes Gelände ab. 

Beobachter steigen zu ihm ab und leisten erste Hilfe - vergebens

Auf 1750 Höhenmeter kam er zum Liegen. Die beiden Zeugen, die den Absturz gesehen hatten, setzten einen Notruf ab uns stiegen zu dem Verunfallten über gefährliches Steilgelände hinunter. 

Tödlicher Sturz in Alpen: Notarzt kann nur noch Tod feststellen

Der Zustand des zunächst ansprechbaren Mannes verschlechterte sich zusehends, sodass trotz durchgeführter Reanimationsmaßnahmen der eintreffende Notarzt des österreichischen Rettungshubschraubers C6 aus Salzburg nur noch den Tod feststellen konnte.

Die anspruchsvolle Bergung des Abgestürzten wurde durch zwei Polizeibergführer und zwei Bergwachtler der Bergwacht Berchtesgaden in Zusammenarbeit mit dem Polizeihubschrauber durchgeführt. 

Die weiteren Ermittlungen zu dem Absturz werden durch einen Polizeibergführer der PI Berchtesgaden geführt.

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Lesen Sie alles, was Bayern bewegt in unserem Bayernressort* und brandneuem Nürnberg-Ressort*. In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Bergwacht-Einsätzen in der Region Berchtesgaden - oft, weil Wanderer die Schneelage unterschätzten. Zwei deutsche Bergsteiger sind in den Alpejn von einem Blitz getroffen worden und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.* Unterdessen ereignete sich eine Art „Wunderrettung" in den Alpen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Dgitial-Redaktionsnetzwerks.

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