Adventszeit

Ansturm auf Christbäume wegen Corona? - So entwickeln sich die Preise

Christbaumzüchter Stefan Spennesberger steht in einer seiner Plantagen und zeigt einen Baum.
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„Die Qualität der Bäume könnte nicht besser sein“: Stefan Spennesberger aus Oberweilbach ist Christbaumzüchter und hofft auf eine gute Saison.

Weihnachten rückt immer näher – und damit auch die Christbaum-Saison. Die Züchter rechnen damit, dass wegen der Pandemie dieses Jahr besonders viele Menschen einen Baum kaufen werden. Und für die Käufer gibt es eine gute Nachricht.

Oberweilbach – Den eigenen Baum hat sich Stefan Spennesberger schon ausgesucht: Eine Nordmanntanne, groß, breit und buschig, wird am Heiligen Abend im Wohnzimmer der Familie stehen. Die Auswahl, die er hatte, war riesig: Spennesberger ist Christbaumzüchter und betreibt den Tannenhof in Oberweilbach (Kreis Dachau).

Jetzt beginnt für ihn die heiße Phase im Christbaumgeschäft. Dieses Jahr ist er wegen der Corona-Pandemie besonders angespannt. „Wir können schwer abschätzen, wie es laufen wird“, sagt er. „Das erste Adventswochenende wird richtungsweisend sein.“ Natürlich wirke sich die Absage der Weihnachtsmärkte negativ aus. Trotzdem ist er zuversichtlich: „Wahrscheinlich bleiben mehr Leute dieses Jahr an Weihnachten zu Hause und machen es sich dort gemütlich“, vermutet der 47-Jährige. So würden vielleicht einige, die normalerweise in den Skiurlaub fahren oder Verwandte besuchen, heuer einen eigenen Baum kaufen.

Vielleicht stellt sich der ein oder andere Single-Haushalt einen Baum auf

Thomas Emslander, Vorsitzender des Vereins Bayerischer Christbaumanbauer

Darauf hofft auch Thomas Emslander, Vorsitzender des Vereins Bayerischer Christbaumanbauer: „Vielleicht stellt sich der ein oder andere Single-Haushalt einen Baum auf“, sagt er. Die Anbauer seien aber zufrieden, wenn sie den Umsatz der letzten Jahre halten können. Für viele Betriebe sei das besonders wichtig, weil sie wegen der Hygienevorschriften die Wohnflächen für Saisonarbeiter verdoppeln mussten.

Stefan Spennesberger betraf das nicht. „Wir haben schon vorher immer großen Wert auf eine gute Unterkunft für unsere Arbeiter gelegt“, betont er. Dennoch musste auch er Geld investieren in die Erstellung von Hygienekonzepte und die Anschaffung von Zubehör wie Desinfektionsmittelspender.

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Der 47-Jährige verkauft seine Christbäume auf seinem Hof und hat außerdem Kulturen, auf denen die Kunden ihre Bäume selbst schneiden können. Beides wird es trotz Corona geben. „Wir haben die Verkaufsfläche vergrößert und die Kulturen sind sowieso riesengroß“, erklärt er. „Ein sicherer Einkauf ist deshalb kein Problem.“ Auch an seinen 30 Verkaufsständen werde auf die Hygiene besonders geachtet. Es gilt Maskenpflicht.

Offizielle Saisoneröffnung am 26. November

Offiziell eröffnet wird die bayerische Christbaumsaison am 26. November. Die Züchter sind bereit. Zwar hatten im Frühjahr manche Probleme mit dem Anwuchs der Jungpflanzen und mit Spätfrost, berichtet Thomas Emslander. Die Qualität der Bäume sei aber in Ordnung – „um nicht zu sagen sehr gut“. Stefan Spennesberger ist ebenfalls sehr zufrieden: „Das Wetter war gut“, berichtet er. „Die Qualität könnte nicht besser sein.“

Und noch eine gute Nachricht gibt es für Käufer. Der Preis bleibt laut dem Verein Bayerischer Christbaumanbauer mit 18 bis 24 Euro pro Meter Nordmann-Tanne in diesem Jahr gleich. Auch im Tannenhof Oberweilbach gibt es keine Preiserhöhung. „Die Leute haben dieses Jahr eh schon so viele Einschnitte“, sagt Spennesberger. Da soll der Christbaum ein wenig Vergnügen bereiten.

Die Vorfreude auf Weihnachten war schon beim Aufbau seiner Stände spürbar , erzählt er. „Viele Leute haben sich gefreut darüber und die Kinder haben gelacht.“ Noch steht für Stefan Spennesberger und seine Mitarbeiter viel Arbeit an. Umso mehr freut sich Familie Spennesberger darauf, an Weihnachten gemeinsam unter dem Christbaum zu sitzen. mit Annika Säuberlich (lby)

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