Kaum einer kennt seinen Namen nicht

Bekanntester Bestattungsunternehmer in Bayern gestorben - „Er wollte noch bleiben“

Karl Denk in einem seiner früheren Bestattungsgeschäfte. Er hat sich einen Sarg aus Eiche ausgesucht
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Karl Denk in einem seiner früheren Bestattungsgeschäfte. Er hat sich einen Sarg aus Eiche ausgesucht.

Sein Name ist untrennbar mit Tränen und Verlust verbunden. Nun hat Karl Denk, Gründer von Bayerns bekanntem Trauerhilfe-Unternehmen, in seinem Haus in Murnau das Leben verloren.

  • Trauerhilfe Denk ist eines von Deutschlands größten Bestattungsunternehmen.
  • Auch bekannte Fälle wie Franz Josef Strauß oder Rudolph Moshammer wurden abgewickelt.
  • Firmengründer Karl Denk ist nun gestorben - sein Sohn setzt die Tradition fort.

München – Karl Denk versuchte in den dunkelsten Stunden zu trösten, Hoffnung zu geben, damit wieder Licht in das Leben von Hinterbliebenen fällt. Nun ist Karl Denk am Samstag im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Murnau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) gestorben, im Beisein seiner Lieben. „Er hatte das Leben vor Augen“, sagt sein Sohn Karl Albert Denk. „Er wollte noch bleiben und nicht gehen.“

Trauerhilfe Denk wickelte Beerdigungen von Strauß und Moshammer ab

Trauerhilfe Denk – kaum ein Mensch in Bayern und darüber hinaus kennt den Namen nicht. Angefangen hat die Beerdingungs-Tradition vor über 160 Jahren in der Münchner Au. Doch berühmt wurde der Name unter Karl Denk. Er packte schon als junger Bursche nach dem Zweiten Weltkrieg fleißig mit an, die Firma bestand damals aus zwei Autos, einer Garage und einem Büro. Karl Denk übernahm Ende der 60er-Jahre die Leitung, das Unternehmen expandierte, schließlich wurde er der größte Bestatter Deutschlands. Auch weil das Unternehmen einen Komplettservice mit neuen Ideen anbieten konnte – von der Vorsorge bis hin zur Durchführung der Beerdigung. In über 100 Filialen kümmerten sich rund 500 Mitarbeiter um die Sorgen der Hinterbliebenen.

Für Franz Josef Strauß hat Karl Denk 1988 die Beisetzungsfeierlichkeiten in München geplant.

Und mittendrin Karl Denk als ruhender Pol. Er war bereits 1962 Vorstandsmitglied im Bestatterverband Bayern, später erhielt er viele Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz. Beerdigungen, die er organisierte und durchführte, wurden manchmal von Hunderttausenden verfolgt, wie die von Ministerpräsident Franz Josef Strauß und von Modezar Rudolph Moshammer. Oder sie wurden ganz im Stillen vollzogen. „Er dürfte über 10.000 Menschen auf dem letzten Weg begleitet haben“, erinnert sich sein Sohn.

Bayern: Trauerhilfe Denk: Junior trat in die Fußstapfen des Vaters

Mit 73 Jahren verkaufte Karl Denk die gleichnamige Trauerhilfe, er begleitete den Übergang noch eine Weile. 2006 half er seinem Sohn bei der Neugründung eines Bestattungsunternehmens, das nun unter anderem Filialen in Erding und München hat. Im Ruhestand galt seine Passion der Malerei, er reiste viel und gerne, war bis zuletzt aktiv.

Auch der Abschied von Modezar Rudolph Moshammer wurde im Jahr 2005 von Karl Denk organisiert.

Sein Sohn, mit dem wir uns 2018 über digitalen Nachlass, Datenschutz und ein wegweisendes BGH-Urteil unterhielten, hat nun die traurige Pflicht, dem geliebten Vater für den kommenden Freitag das Begräbnis vorzubereiten. Karl Denk hatte seine Angelegenheiten natürlich längst geregelt, der Sarg aus Eiche, die Mozart-Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche in München-Giesing mit anschließender Beerdigung im Ostfriedhof. Dort befindet sich das Familiengrab.

Kultregisseur Joseph Vilsmaier ist ebenfalls gestorben. Viel Prominenz gab dem Kult-Regisseur bei der Trauerfeier im Herzen Münchens die letzte Ehre.

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