Als „Corona-Rebell“ bekannt

Corona: Wirt klagt erneut gegen Söders Gastro-Regel - Folgen Auswirkungen für ganz Bayern?

Ein Wirt zapft in einer Bar in Berlin-Friedrichshain im Oktober 2020 ein Bier.
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Ein Augsburger Wirt klagt erneut gegen die wegen Corona verordnete Sperrstunde in der Gastronomie. (Symbolbild)

Wegen der hohen Corona-Inzidenz gilt in Augsburg eine Gastronomie-Sperrstunde ab 21 Uhr. Wie schon im Frühjahr will „Corona-Rebell“ Bernhard Spielberger das nicht hinnehmen.

  • Die Corona-Zahlen steigen bayernweit rasant und stetig.
  • Wegen der hohen 7-Tage-Inzidenz gilt auch in Augsburg nun eine Sperrstunde ab 21 Uhr.
  • Ein Gastronom, der sich bereits als „Corona-Rebell“ einen Namen gemacht hat, will das nicht hinnehmen.

Augsburg - Die Corona-Zahlen in Bayern steigen und steigen. Mittlerweile liegen nahezu alle Städte und Landkreise über dem Schwellwert einer 7-Tage-Inzidenz von 50. Auch die Zahl der Regionen mit einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen steigt.

Corona in Augsburg: Wirt klagt gegen Sperrstunde - „Faktisch ein Berufsverbot“

Die Stadt Augsburg hat diesen Wert bereits überschritten. Dort steht die Corona-Ampel nun auf „dunkelrot“, was, wie auch in der Landeshauptstadt München, strenge Konsequenzen zur Folge hat. Dazu gehört auch die Sperrstunde in der Gastronomie ab 21 Uhr. Der Gastronom Bernhard Spielberger, der in Augsburg unter anderem das Steak- und Fischlokal Palladio betreibt, will das nicht hinnehmen.

Wie die Augsburger Allgemeine (AA) berichtet, hatte sich Spielberger bereits im Mai diesen Jahres gegen die gesetzlich vorgegebenen Beschränkungen erhoben und damit als „Corona-Rebell“ von sich Reden gemacht. Mit einer Klage beim Augsburger Verwaltungsgericht hatte er erwirkt, dass die Außengastronomie in Bayern ebenso wie die Innengastronomie bis 22 Uhr, statt nur bis 20 Uhr bewirtet werden darf. Weil das Gericht zu Gunsten Spielbergers entschied, wurde die Regel bayernweit angepasst.

Corona-Sperrstunde in Augsburg: Wirte-Rebell klagt gegen Maßnahme - Gastronomie ein „sicherer Bereich“

Nun hat Spielberger erneut einen Antrag gestellt, diesmal in München. Sein Anwalt betonte gegenüber der AA, dass Spielberger die Sperrstunde um 22 Uhr noch mitgetragen habe, die Verkürzung auf 21 Uhr aber nicht mehr akzeptieren könne. „Für Herrn Spielberger ist das faktisch ein Berufsverbot“, so Anwalt Bernhard Hannemann.

Im Palladio beginne das Hauptgeschäft um 20 Uhr. Bei einer Schließung ab 21 Uhr könnte dort keine sinnvolle Abendgastronomie betrieben werden. Zudem sei bislang nicht bestätigt, dass es im Gastronomie-Bereich zu großen Ansteckungen kommen könne - es sei denn, dort werden Feierlichkeiten abgehalten. „Es ist sinnwidrig, Menschen so früh eines sicheren Bereiches zu verweisen und nach Hause zu schicken“, so Hannemann. Die Leute würden nach Hause gehen und sich dann dort treffen, wodurch die Infektionen im privaten Bereich ansteigen würden.

Klage gegen Corona-Sperrstunde in Augsburg: Urteil könnte bayernweite Folgen haben

Die Gastronomen leiden auch so bereits enorm unter den Beschränkungen. Durch Sperrstunden, Abstandsregeln und zeitweilige Schließungen im Frühjahr droht bereits vielen Betrieben das Aus, weil sie die hohen Einbussen nicht verkraften können. Dadurch stehen auch die Arbeitsplätze der Angestellten auf dem Spiel. Wie das Gericht in München entscheiden wird, steht noch nicht fest. Sollte es dem Antrag von Spielberger stattgeben, könnte dies wieder eine bayernweite Konsequenz mit sich ziehen und auch in anderen Regionen die Sperrstunde wieder auf 22 Uhr anheben.

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