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Geldspritze für mehr Leben im Ort: Bund fördert Gemeinden in Bayern - eine sogar mit 3,5 Millionen Euro

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Von: Cornelia Schramm

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Mehr Leben soll wieder im Zentrum Schongaus einziehen – das fördert der Bund jetzt mit 210 000 Euro. Mit dem Zuschuss will die Stadt sich touristisch neuausrichten und das Ladensterben in der Innenstadt aufhalten.
Mehr Leben soll wieder im Zentrum Schongaus einziehen – das fördert der Bund jetzt mit 210 000 Euro. Mit dem Zuschuss will die Stadt sich touristisch neu ausrichten und das Ladensterben in der Innenstadt aufhalten. © Hans-Helmut Herold

Online-Shopping oder ein Einkaufstrip in die Großstadt – darunter leiden die Ortskerne in vielen kleineren Gemeinden. Einigen greift der Bund jetzt unter die Arme. Mit pfiffigen Ideen konnten auch Schongau, Gräfelfing und Fuchstal bei der Bewerbung punkten.

Schongau/Berlin – Über einen Geldsegen darf sich Sebastian Dietrich, Stadtbaumeister in Schongau (Kreis Weilheim-Schongau), schon wieder freuen. 210 000 Euro gibts vom Bund – zur „Revitalisierung“ des Ortskerns. Schon vergangenes Jahr hat Schongau fast 900 000 Euro an Fördergeld bekommen. „Wir wollen die Innenstadt als regionales Zentrum und Tourismusort stärken“, sagt Dietrich. „Dafür haben wir uns auch für das Programm ,Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ beworben.“

Die Pandemie war es zuletzt, die den Schongauern Schwächen aufgezeigt hat. „Der Einzelhandel kämpft mit der Konkurrenz aus dem Internet und wir mit Leerständen im Ort“, so Dietrich. Noch sei das Problem „beherrschbar“, aber das müsse auch so bleiben. Im mittelfränkischen Dinkelsbühl etwa gebe es die sogenannte „digitale Einkaufsstadt“ – ein Konzept, bei dem die Bürger online Waren ortsansässiger Unternehmen bestellen können. „Vielleicht ist so ein lokaler Onlinehandel auch bei uns denkbar“, so Dietrich.

Damit soll sich ein Standortförderer beschäftigen. Die Stelle ist gerade ausgeschrieben. Neben dem Einzelhandel ist Dietrich zufolge in der Krise auch die Kultur und der Tourismus unter die Räder gekommen. „Unseren Tourismus müssen wir neu ausrichten, zuvor aber zuerst herausfinden: Fokussieren wir uns mehr auf Tagestourismus oder brauchen wir mehr Übernachtungsmöglichkeiten?“, so Dietrich. Auch da helfen die Fördermittel.

Schongau will Einzelhandel und Tourismus fördern - Gräfelfing setzt auf SmartAnalytics

Schongau ist eine von insgesamt 15 bayerischen Kommunen, die der Bund bis 2025 mit dem Programm und insgesamt zehn Millionen Euro unterstützt. Das geht aus einem Schreiben von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) an SPD, Grünen und FDP hervor. Den Bescheid über eine Fördersumme von 236 003 Euro hatte auch Peter Köstler (CSU) schon im Briefkasten. „Wir wollten an einer Einzelhandelsstudie teilnehmen, um unsere Einkaufsstraße, die Bahnhofsstraße, zu beleben“, erzählt der Bürgermeister von Gräfelfing (Kreis München). „Ohne diese Förderung hätte der Gemeinderat aber wohl nicht zugestimmt.“

SmartAnalytics heißt das Pilotprojekt, an dem die Würmtalgemeinde nun teilnimmt. Über GPS-Signale, die Smartphones ausstrahlen, sollen datenschutzrechtlich konform Daten gesammelt werden, die zeigen, wie lange Menschen wo verweilen. 315 000 Euro kostet das. 75 Prozent deckt die Bundesförderung ab. „Mit den Daten können wir Unternehmen, die einen Laden in der Bahnhofsstraße eröffnen wollen, sagen, ob der Standort für sie attraktiv ist oder nicht“, so Köstler. Auch die Vermieter könne man so datenbasiert beraten, um ein möglichst breites Angebot an Läden in den Ort zu kriegen. „Immobilienmakler sind schon stark vertreten. Viele Bürger wünschen sich aber ein Schuh- und ein Sportgeschäft.“

Fuchstal erhält mit knapp 3,5 Millionen Euro die höchste Fördersumme

Mit der mit Abstand höchsten Summe von knapp 3,5 Millionen Euro unterstützt der Bund die 4000-Einwohner-Gemeinde Fuchstal im Kreis Landsberg am Lech. „Im Ortsteil Leeder stehen drei alte Bauernhöfe leer“, sagt Bürgermeister Erwin Karg (Freie Wähler). „Bei einem sind wird schon dran, ihn zu kaufen. Der Hof könnte nicht nur mit behindertengerechten Wohnungen ausgebaut, sondern auch zum Seniorentreffpunkt werden.“

Im Ort gibt es bisher nur einen Saal, in dem 140 Personen Platz haben. „Uns schweben aber Begegnungsstätten vor, in denen man sich zwanglos, zum Beispiel zum Kochen treffen kann“, so Karg. Nach drei neuen Kinderspielplätzen, hat er für eine der freien Grünflächen noch eine Vision: Ein Trimm-Dich-Park, auf dem jedermann im Freien Gymnastik machen kann. (sco)

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