Zur Erinnerung an Wahlkampfversprechen

Bayerisches Krankenhauspersonal protestiert gegen Arbeitsbedingungen

Überstundenberge, keine Pausen, ständiges Einspringen: Die Gewerkschaft Verdi hat während der Koalitionsverhandlungen zum Protest gegen die schlechten Bedingungen an Krankenhäusern aufgerufen.

München - Aus Protest gegen die oftmals schlechten Arbeitsbedingungen an Krankenhäusern hat die Gewerkschaft Verdi bundesweit das Klinikpersonal zu Warnstreiks aufgerufen. An der zweitägigen Aktion beteilige sich auch Krankenhauspersonal aus Bayern, sagte Robert Hinke, Verdi-Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales am Dienstag in München. Es sei jedoch nicht bezifferbar, wie viele Personen sich beteiligten.

„Wir begleiten die Koalitionsverhandlungen, damit niemand die Personalnot in den Krankenhäusern vergisst und Union und Grüne an ihre Wahlkampfversprechen erinnert werden“, betonte Hinke. Verdi erwarte, dass die Personalausstattung der Kliniken auch zu einem der zentralen Eckpunkte der Koalitionsverhandlungen von Union, FDP und Grünen in Berlin gemacht werde.

In Bayern fehlen 21000 Stellen, davon 10000 in der Pflege

Überstundenberge, das Ignorieren von Pausen und fortwährendes Einspringen aus der Freizeit seien längst nichts Außergewöhnliches, sondern die Regel. „Die Personaldecke ist auch in den bayerischen Krankenhäusern extrem dünn.“ Nach Erhebungen von Verdi fehlen in Bayern etwa 21 000 Stellen, allein 10 000 in der Pflege.

Lokale Aktionen gibt es laut Verdi im Freistaat am Klinikum Augsburg, an den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, bei den Helios Amper Kliniken in Dachau, bei der Sozialstiftung Bamberg, dem Klinikum Aschaffenburg und an der Klinik Eichstätt. Ferner solle es in Bad Wörishofen eine Demonstration und Kundgebung anlässlich der dortigen Tagung der bayerischen Krankenhausdirektoren geben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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