Prozess in Bayern

Frau missbraucht und verscharrt: Täter verurteilt - aber nicht wegen Vergewaltigung

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Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geleitet. Dreißig Jahre nach der Tat stand der 55 Jahre alte Mann wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Eine junge Frau wurde vor rund 30 Jahren von ihrem Peiniger stundenlang vergewaltigt, im Wald verscharrt. Sie überlebte nur knapp. Jetzt hat der Richter sein Urteil gesprochen.

Aschaffenburg - Er hat nach Überzeugung der Richter eine junge Frau brutal vergewaltigt, fast erstochen und die Totgeglaubte dann im Wald verscharrt: Rund 30 Jahre nach der Tat ist der Peiniger der damals 22 Jahre alten Frau aus dem Raum Offenbach wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Aschaffenburg sah am Freitag die Mordabsicht des inzwischen 56-jährigen Jürgen R. als erwiesen an.

Vorwurf der Vergewaltigung wäre verjährt

Eine Verurteilung nur wegen der Vergewaltigung wäre nicht möglich gewesen, da dieser Vorwurf strafrechtlich bereits verjährt ist.

Das heute 52 Jahre alte Opfer, das die Tat in einem Waldstück in Aschaffenburg nur knapp überlebt hatte, verfolgte die Urteilsverkündung im Gerichtssaal.

Opfer wollte von Disco nach Hause fahren

Die Frau wollte im Januar 1988 nach einem Discobesuch in Aschaffenburg mit dem Auto nach Hause fahren, als sie von Jürgen R. gezwungen wurde, in einen Wald zu fahren. Dort wurde sie mehrmals brutal vergewaltigt. Anschließend stach der Mann mit einem Schraubenzieher auf sie ein, verscharrte ihren Körper unter Laub und fuhr anschließend mit ihrem Auto weg.

Die Schwerverletzte konnte sich aber zu einer Straße schleppen, wo sie ein Autofahrer entdeckte. In einer Notoperation wurde sie gerettet. Die Polizei hatte routinemäßig den Fall noch einmal überprüft und unter anderem alte Spuren noch einmal untersuchen lassen.

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DNA-Probe überführt Täter

Dabei ergab sich per DNA-Abgleich einen Treffer in einer Datenbank, in der der vorbestrafte Jürgen R. registriert war. Im vergangenen Herbst wurde er festgenommen. Er hatte vor Gericht die Vergewaltigung gestanden, aber eine Tötungsabsicht bestritten.

dpa

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