Schnell - und Heimladung

Wie lange brauchen Elektroautos beim Laden?

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Elektroauto an einer Stromtankstelle.

Wenn es um Elektroautos geht, stellen sich viele die Frage nach der Ladezeit der Batterie. Sind es Stunden? Oder gar Tage? Wir klären Sie darüber auf.

Tanken mit einem Verbrenner geht recht flott und ist in wenigen Minuten erledigt. Lassen sich Elektroautos mit ihren Batterien ebenso schnell laden? Schließlich dauert es oft Stunden, einfache Elektrogeräte wie das Smartphone oder den Laptop auf 100 Prozent zu bringen. So etwas kann man sich beim Auto nicht leisten, vor allem, wenn man damit täglich zur Arbeit fährt oder eine längere Strecke vor sich hat. Wie lange braucht es also, bis eine Elektrobatterie vollgeladen ist? Und welche Faktoren haben einen Einfluss auf die Schnelligkeit?

An E-Autos wird oft die geringe Reichweite und die lange Ladezeit bemängelt - allerdings arbeiten Autobauer unter Hochtouren daran, Stromer herzustellen, die weite Strecken zurücklegen können. Einige Modelle haben mittlerweile schon die 500 Kilometer-Grenze geknackt. An der Reichweite soll es also auf Dauer nicht scheitern - wie sieht es mit der Ladezeit aus?

Ladezeit bei E-Autos: Auf diese Faktoren kommt es an

Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, sollte sich schon im Vorhinein informieren, wo sich in der Nähe Ladestationen befinden. Momentan ist die Menge an "E-Tankstellen" noch überschaubar, obwohl sich in der Hinsicht in Zukunft höchstwahrscheinlich noch viel tun wird.

Generell gibt es drei Faktoren, die den größten Einfluss auf die Ladezeit Ihres E-Autos haben. Und zwar sind das

  • die Kapazität der Batterie,
  • die Ladeleistung der Steckdose oder Ladestation und
  • die Ladetechnik des Autos.

Wie lange ist die Ladezeit an den verschiedenen Ladestationen?

Wie lange eine Elektroauto-Batterie braucht, um vollständig aufgeladen zu sein, hängt von der Art der Ladestation ab. Schnell-Ladestationen im öffentlichen Verkehr sind meistens flotter als die heimische Steckdose. Mithilfe einer Wallbox, die sich daheim installieren lässt, kann der Ladevorgang daheim beschleunigt werden - trotzdem braucht es länger als an einer öffentlichen Ladesäule.

Im Infokasten finden Sie eine Übersicht über die geschätzten Ladeleistungen der verschiedenen Ladestationen und wie viel Stunden Ladezeit sich daraus ergeben. Berücksichtigen Sie dabei allerdings, dass es sich lediglich um Richtwerte handeln:

Art der Ladestation

Ladeleistung in Kilowatt

Beschreibung

Ladedauer in Stunden

Haushaltssteckdose

~2,3

Die Batterie wird mithilfe eines speziellen Ladekabels an gewöhnlichen Wechselstrom-Steckdosen zu Hause geladen.

~8-14

Haushaltssteckdose mit Wallbox

~3,6-22

Wandladestationen werden zu Hause installiert und dienen als Steckverbindung für Ladekabel.

~2-6

Öffentliche Ladesäulen

~10-22

Das öffentliche Netz an Ladestationen mit Wechselstrom wird stetig erweitert, hierfür ist meist ein spezielles Ladekabel und eine Tankkarte des Herstellers nötig.

~2-4

Öffentliche Schnell-Ladesäulen

~50

Hierbei handelt es sich um hochleistende Ladestationen, die schnelleres Laden durch Gleichstrom ermöglichen. Sie brauchen meist eine spezielle Lade-Dose.

~0,5 – 1

Tesla-Supercharger

~120

Supercharger sind Hochleistungs-Gleichstrom-Ladesäulen - speziell für die Tesla Modelle S und X - und ermöglichen momentan die kürzeste Ladedauer.

~0,3

Quelle: autoscout24.de

Welchen Einfluss hat das Fahrzeugmodell auf die Ladezeit?

Neben der Art der Ladestation bestimmt auch das Modell, wie schnell die Batterie vollgeladen ist. Das hängt zum einen von der verbauten Ladetechnik ab, die definiert, wie viel von der Ladeleistung der Station überhaupt genutzt werden kann und von der Kapazität der Batterie selbst.

So ist es nicht verwunderlich, dass ein kleiner Renault Twizy mit einer Batteriekapazität von 6,1 Kilowattstunden innerhalb kürzester Zeit aufgeladen werden kann. Auch Autos vom gleichen Hersteller können sich in der Ladezeit unterscheiden, wenn die Kapazitäten der Batterie nicht gleich groß sind. Ein e-up! von VW kann zum Beispiel innerhalb von neun Stunden an der heimischen Steckdose aufgeladen werden - ein VW e-Golf hingegen braucht rund vier Stunden länger. Das liegt daran, dass die Batterie mit 24 Kilowattstunden besser ausgestattet ist.  

Auch interessant: Müssen E-Autofahrer auch Bußgelder zahlen, wenn Sie mit "leerem Tank" auf der Autobahn stranden?

Das Model S von Tesla braucht mit seinen 100 Kilowattstunden an Kapazität dann schon ganze 40 Stunden, um voll beladen zu sein. Jedoch soll hier die Ladezeit durch die speziellen Tesla-Supercharger auf gerade mal 20 Minuten verkürzt werden können. Diese lassen sich aber nur auf die Modelle von Tesla anwenden.

Beachten Sie außerdem, dass Sie Ihr E-Auto an Schnell-Ladesäulen nur bis zu 80 Prozent aufladen können. Sie verfügen nämlich über ein System, welches ein Überspannung bei zu hoher Ladung verhindern soll - dadurch kann die Batterie beschädigt werden. Einige Herstellerangaben zur Ladezeit bei Schnell-Ladestationen beziehen sich deshalb auf die 80 Prozent-Marke.

So berechnen Sie die Ladezeit beim Elektroauto selbst

Für gewöhnlich finden Sie die Ladezeit eines Elektroautos beim Anbieter - einfach dort nachfragen oder recherchieren. Sie können die Ladezeit des Wagens aber auch grob selbst berechnen. Dazu verwenden Sie diese Formel:

Ladezeit = Batteriekapazität in Kilowattstunden / Ladeleistung in Watt

Ein Auto mit einer Kapazität von 24 kWh, das an der heimischen Steckdose (~2,3 Kilowatt Ladeleistung) geladen wird, braucht demnach rund zehn Stunden. Machen Sie sich allerdings bewusst, dass folgende Faktoren Einfluss auf die Ladezeit nehmen:

  • Akku-Ladestand: Sobald Sie einen recht hohen Ladestand erreicht haben, nimmt das Tempo beim Laden ab - ähnlich wie beim Smartphone. Deshalb müssen Sie bei der Ladezeit teilweise eine halbe bis ganze Stunde hinzurechnen.
  • Außentemperatur: Elektroauto-Batterien funktionieren am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Deshalb nimmt im Winter die Ladeleistung ab und es dauert länger, bis der Akkustand 100 Prozent erreicht. Doch nicht nur bei Kälte, sondern auch bei extrem hohen Temperaturen kann sich die Ladezeit verlängern.
  • Ausstattung des Elektroautos: Nicht jeder Stromer besitzt die entsprechende Technik, um an Ladesäulen mit Schnell-Ladesystem zufriedenstellend zu "tanken". Informieren Sie sich vorher, welche Leistung die Batterie verträgt.

Von den E-Autos, die es momentan auf dem Markt gibt, sind es der VW e-up!, der Nissan Leaf, der BMWi3 und das Tesla Model S, welche über die notwendige Technik verfügen.

Übrigens: Renommierte Forscher haben nun ein großes Vorurteil gegenüber E-Autos widerlegt.

Vor- und Nachteile der Heimladung

Vorteile

Nachteile

Laden Sie das E-Auto bequem über Nacht.

Ladezeiten sind höher als im öffentlichen Verkehr.

Einfache Haushaltssteckdosen reichen völlig aus.

Steckdosen sind eventuell nicht für diese Belastung geeignet und sollten deshalb erst vom Fachmann überprüft werden.

"Tanken" müssen Sie nicht mehr an der Tankstelle, sondern Zuhause.

Steckdose muss sich in Reichweite des E-Autos befinden.

Wandladestationen optimieren und beschleunigen den Ladevorgang.

Vor-und Nachteile der Schnell-Ladung

Vorteile

Nachteile

Extrem kurze Ladezeiten.

Wegen Überspannungsgefahr kann die Batterie nicht vollständig beladen werden.

Bei Langstrecken verlieren Sie weniger Zeit beim Tanken.

Wer zu häufig schnelllädt, kann seine Batterie schädigen oder die Lebenszeit verkürzen.

Ladesäulen befinden sich nahe an der Autobahn.

Aktuell: Tesla ist aus dem Programm für Elektroauto-Prämien geflogen - wegen Betrugs?

Wie funktioniert das Aufladen an der Wallbox?

Wer sein E-Auto zuhause aufladen will, ist mit einer Wallbox gut beraten. Sie steigert die Ladeleistung einer normalen Haushaltsteckdose und verringert somit die Ladedauer. Die Wallboxen, auch Wandladestationen genannt, lassen sich sowohl in Innenräumen als auch in geschützten Außenbereichen installieren. Dazu müssen manchmal jedoch erst entsprechende Leitungen verlegt werden. Ein weiterer, wichtiger Vorteil ist die Tatsache, dass sie als intelligente An- und Ausschalter zwischen der Ladeelektronik des E-Autos und dem Stromnetz dienen. Somit ist letzteres besser vor Überlastung gefeit.

Manche Wallboxen stoppen sogar automatisch den Ladevorgang, wenn über eine integrierte Stromüberwachung Störungen erkannt werden. Über die Wandladestationen lässt sich teilweise auch flexibel einstellen, wann das Auto geladen werden soll. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie nachts einen günstigeren Strom beziehen und dementsprechend Geld sparen können.

Um Ihr Auto mit ausreichend Strom versorgen zu können, ist für die Wallbox meistens ein Starkstromanschluss mit 400 Volt nötig. Haushalte mit Elektroherd verfügen zum Beispiel über einen. Entscheiden Sie sich für eine Wandladestation, sollten Sie diese unbedingt von einem qualifizierten Elektroinstallateur einbauen lassen. Danach können Sie das Elektro-Auto wie gehabt über eine Steckdose aufladen.

Elektroauto: Wie funktioniert das Aufladen?

Weitere Informationen zum Aufladen eines E-Autos, wo es Ladestationen gibt, wie die E-Tankstellen funktionieren und wie teuer das Aufladen ist, erhalten Sie in diesem Erklär-Video:

Erfahren Sie hier alles, was es über Elektroauto-Batterien zu wissen gibt - von der Reichweite bis hin zur Lebensdauer.

Von Franziska Kaindl

Diese Elektroautos können Sie schon kaufen

Der Stadtflitzer Twizy ist 2,3 Meter lang und 1,2 Meter breit. Mit 18 PS erreicht der Elektrozweisitzer Tempo 80 und sprintet von 0 auf 45 km/h in 6,1 Sekunden. Der Twizy 45 mit 5 PS darf bereits ab 15 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden. Reichweite: bis zu 120 Kilometer. Einstiegpreis ab 6.950 Euro.
Der Stadtflitzer Twizy ist 2,3 Meter lang und 1,2 Meter breit. Mit 18 PS erreicht der Elektrozweisitzer Tempo 80 und sprintet von 0 auf 45 km/h in 6,1 Sekunden. Der Twizy 45 mit 5 PS darf bereits ab 15 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden. Reichweite: bis zu 120 Kilometer. Einstiegpreis ab 6.950 Euro. © Renault
Renault ZOE
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Renault Kangoo Maxi Z.E.: Der rein elektrisch betriebene Transporter ist 4,67 Meter lang.
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Stadtlieferwagen Kangoo Z.E.: Der rein elektrisch betriebene Transporter ist 4,28 Meter lang. Preis ab 24.157 Euro. © Renault
Tesla Model X P90D ist ab 131.300 Euro zu haben. 773 PS und eine Reichweite von 450 Kilometern.
Tesla Model X P90D ist ab 131.300 Euro zu haben. 773 PS und eine Reichweite von 450 Kilometern. © Tesla
Das Modell Tesla S schafft es je nach Batteriekapazität über 500 Kilometer Reichweite. Preis: ab 96.100 Euro.
Das Modell Tesla S schafft es je nach Batteriekapazität über 500 Kilometer Reichweite. Preis: ab 96.100 Euro. © Tesla
VW e-up.
Der VW e-up ist ab 26.900 Euro zu haben. Mit einem 44 PS Benzinmotor gibt es den Kleinen schon ab 9.975 Euro. © VW
VW e-Golf ist schon bei der Polizei im Einsatz.
VW e-Golf ist schon bei der Polizei im Einsatz. Preis: Mit 85 PS Antrieb ab 34.900 Euro. © VW
Der e-Smart ist seit 2007 zu haben. Seit 2012 ist die dritte Generation des Fortwo Electric Drive unterwegs. Preis ab cirka 23.680 Euro mit Batterie. © Smart
BMW i3: Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro.
BMW i3: Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro. © BMW
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Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive. © Mercedes
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Der Kia Soul EV kostet 30.790 Euro. © Auto-Medienportal.Net/Kia
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Der Citroën C-Zero kostet ab 17.850 Euro.  Der Kleinwagen ist 3,48 Meter lang. Mit einem 49 kW (67 PS) Elektromotor beschleunigt in 15,9 Sekunden von Null auf Tempo 100 und fährt 130 km/h Höchstgeschwindigkeit. © Citroën
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Peugeot i0n ist ab 17.850 Euro zu haben. DEr E-Motor leistet 67 PS auf die Batterie gibt es eine Garantie über acht Jahre bzw. 100.000 Kilometer. © Peugeot

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