Fahrbericht

Kia mit Doppelherz: Der XCeed 1.6 GDI Plug-in-Hybrid im Alltagstest

Der Kia XCeed als Plug-in-Hybrid.
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Der Kia XCeed als Plug-in-Hybrid.

Der Kia XCeed kommt auch in der Variante Plug-in-Hybrid. Was diese taugt und welche Abstriche gemacht werden, erfahren Sie in diesem Fahrbericht.

Es ist möglich: Lässig zur Arbeit oder zum Einkaufen stromern, rein elektrisch und emissionsfrei. Und günstig dazu. Geht es hinaus aufs Land oder in die Ferne, ist die stärkere Herzkammer, nämlich der Verbrenner, der Schrittmacher. Pendelt man also viel oder ist oft in der Stadt und auf Kurzstrecken unterwegs, rentiert sich ein Hybrid. Zumal auch die aktuelle staatliche Förderung – rund 7.000 Euro* – und diverse Rabatte der Hersteller oder Händler den Kaufpreis abschmelzen lassen. Zwei Wochen lang haben wir dem Teilzeitstromer Kia XCeed auf den Zahn gefühlt.

Kia XCeed: Elegantes Blechkleid und hochwertiges Ambiente

Aufgrund seines aparten Blechkleids, eine Mischung aus SUV-Unterbau und sportlicher Silhouette, ist der im Golf-Segment angesiedelte Koreaner schon in der Kür Favorit. Dazu glänzt er mit hochwertigem Ambiente im Aufenthaltsraum und bequemer Bestuhlung. Gefühlvolle Lenkung und enger Wendekreis fördern die Agilität. Mit weicheren Federn ist der XCeed komfortbetont ausgelegt. 

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Kia XCeed als Plug-in-Hybrid: Fahren mit Elektroantrieb

Die Systemleistung von 141 PS schränkt die Sprintqualitäten des Koreaners ein. Allerdings ist er mit maximal 193 km/h schneller als vergleichbare Kollegen. Passt, schließlich stehen Reichweiten und Verbrauch im Vordergrund. Wir sind achtsam unterwegs und schaffen locker rein elektrisch unser Tagespensum. Was heißt: Nach knapp 50 Kilometer ist der Akku leer. Allerdings nicht ganz. Denn beim Verzögern oder Bergabfahren lädt sich die Batterie wieder etwas auf und produziert Energie, die dann kurzzeitig beim Anfahren oder Beschleunigen zur Verfügung steht und den Spritverbrauch reduziert. 

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Es passt zu wenig rein

Schlechte Rundumsicht und weniger Ladevolumen (291 bis 1.243 Liter) sowie geringe Zuladung (376 Kilo) lasten auf der Hybrid-Version. Schließlich hat sie im Vergleich zu anderen Ceed-Versionen etwa 100 Kilo mehr an Bord. Allerdings wird die Alltagstauglichkeit dadurch nicht sonderlich eingeschränkt. 

So viel kostet der XCeed

Rein elektrisch unterwegs haben wir 16 kWh „verstromt“. Macht etwa 4,80 Euro pro 100 Kilometer. Schieben im Hybrid-Modus 1,6-Liter-Benziner (109 PS) und E-Maschine an, liegt der Verbrauch bei etwa sechs Liter pro 100 Kilometer. Abzüglich Förderung und Händler-Rabatt ist ein Hybrid-XCeed für etwa 25.000 Euro fast schon ein Schnäppchen.

Fazit: Lob fürs Doppelherz

Aktuelle Förderung, üppige Ausstattung sowie siebenjährige Garantie sprechen sehr für das Kia-Doppelherz. Die Möglichkeit, Strom über Steckdose oder Wallbox zu Hause zu zapfen, erleichtert die Kaufentscheidung zusätzlich. (Manfred Gleissner) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Knigge für E-Auto-Fahrer: Mit diesen Tipps fährt es sich einfach besser

Nissan Leaf an einer Ladesäule.
1. Teilen: Geben Sie das eigene Know-how an andere E-Auto-Fahrer in Foren und Apps weiter, zum Beispiel, wenn neue Ladestationen eröffnet werden. © Nissan
Eine bessere digitale Zusammenarbeit der Behörden soll das Antragsverfahren für E-Autos beschleunigen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
2. Rücksicht nehmen: An öffentlichen Ladestationen nie das Ladekabel aus anderen E-Autos-ziehen. Das ist rücksichtslos und kann zudem zu Beschädigungen führen. © Roland Weihrauch
Symbol von E-Lade-Parkplatz
3. Parken: Auch wenn E-Autos an Ladestationen oft gratis parken, sollte man sein Auto nicht dort abstellen, wenn man es nicht laden will. Ein anderer E-Auto-Fahrer könnte den blockierten Platz dringend gebrauchen und ist froh über den Platz am Stecker. © dpa/Patrick Pleul
Autos mit Plug-in-Hybridtechnik kombinieren einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einer E-Maschine und einem Akku. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
4. Akkupflege: Die Batterie nicht vollständig entleeren. Steht der Wagen längere Zeit, sollte man etwa alle 90 Tage auf 80 Prozent laden und dabei den Long-Life-Mode anwenden (siehe Bedienungsanleitung). © Patrick Pleul
Im Inneren eines Teslas drückt ein Mann auf den Touchscreen.
5. Planung: Ladestopps unterwegs können mit diversen Apps und Kartendiensten gut geplant werden. Oft sind die Stationen auch im bordeigenen Navi einprogrammiert. © dpa/Sven Hoppe
Ein weißer Tesla wird an einer Elektroladesäule aufgeladen (Symbolbild).
6. Kommunikation: Wer nur für kurze Zeit laden muss, kann am Auto eine Notiz hinterlassen, wie lange man noch an der Ladestation stehen wird – das hilft den Wartenden bei ihrer Planung. © Friso Gentsch/dpa
Ein Mann misst den Reifendruck während sein Elektroauto auflädt.
7. Reifendruck: Am energieeffizientesten fährt man mit dem vom Hersteller empfohlenen Reifendruck. © dpa/Bernd Weißbrod
Getestet wurden stichprobenartig 20 Gerätegruppen. Oft liegt der Stromverbrauch höher als erwartet. Foto: Tobias Hase
8. Ladeoptionen: Wer seine Fahrten vorausplanen kann, nutzt alle Möglichkeiten des Aufladens: Haushaltststeckdose, Wallbox und Schnellladesäule. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch den Akku. © dpa/Tobias Hase
Müll liegt neben einem Parkplatz
9. Rücksicht: Öffentliche Ladesäulen sollte man pfleglich behandeln, damit der nächste E-Auto-Fahrer ebenfalls problemslos Strom nachladen kann. Auch wenn die Station etwas abgelegen ist – sie ist kein Müllabladeplatz! © dpa/Uwe Zucchi

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