Showtime in China: Modellpremieren auf der Auto Shanghai

Wegweiser für den Phaeton-Nachfolger: die VW-Studie C Coupé GTE. Foto: Thomas Geiger
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Wegweiser für den Phaeton-Nachfolger: die VW-Studie C Coupé GTE. Foto: Thomas Geiger
Soll auf den nächsten Audi A8 einstimmen: die Studie Prologue Allroad. Foto: Thomas Geiger
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Soll auf den nächsten Audi A8 einstimmen: die Studie Prologue Allroad. Foto: Thomas Geiger
Mercedes trumpft in Shanghai mit dem Concept GLC Coupé auf. Die Studie gibt einen Ausblick auf die kommende GLC-Baureihe, die den GLK ablöst. Foto: Thomas Geiger
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Mercedes trumpft in Shanghai mit dem Concept GLC Coupé auf. Die Studie gibt einen Ausblick auf die kommende GLC-Baureihe, die den GLK ablöst. Foto: Thomas Geiger
Sportwagen mit zwei Herzen: Das Antriebsdoppel aus Verbrenner und E-Motor soll der Peugeot-Studie 308 R Hybrid zu 368 kW/500 PS verhelfen. Foto: Thomas Geiger
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Sportwagen mit zwei Herzen: Das Antriebsdoppel aus Verbrenner und E-Motor soll der Peugeot-Studie 308 R Hybrid zu 368 kW/500 PS verhelfen. Foto: Thomas Geiger
Blaupause des Porsche Cayman: Beim Eagle Carre erinnert sogar das Markenlogo auf der Motorhaube an den Sportwagen aus Stuttgart. Foto: Thomas Geiger
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Blaupause des Porsche Cayman: Beim Eagle Carre erinnert sogar das Markenlogo auf der Motorhaube an den Sportwagen aus Stuttgart. Foto: Thomas Geiger
Der MG CS wurde für den Markt in China entwickelt - wobei der Wagen sicher auch in Europa als Konkurrent für den Nissan Qashqai keine schlechte Figur machen würde. Foto: Thomas Geiger
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Der MG CS wurde für den Markt in China entwickelt - wobei der Wagen sicher auch in Europa als Konkurrent für den Nissan Qashqai keine schlechte Figur machen würde. Foto: Thomas Geiger
Ein Range Rover Evoque? - Nein, das ist der Land Wind X7 aus chinesischer Produktion, in Shanghai seinen Einstand gibt. Foto: Thomas Geiger
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Ein Range Rover Evoque? - Nein, das ist der Land Wind X7 aus chinesischer Produktion, in Shanghai seinen Einstand gibt. Foto: Thomas Geiger
SUV auf Chinesisch: Der auf der Motorshow in Shanghai präsentierte Qoros 2 zählt zu den Modellpremieren aus lokaler Produktion. Foto: Thomas Geiger
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SUV auf Chinesisch: Der auf der Motorshow in Shanghai präsentierte Qoros 2 zählt zu den Modellpremieren aus lokaler Produktion. Foto: Thomas Geiger

Draußen in der Stadt ist es grell und bunt wie immer. Doch in den Messehallen von Shanghai geht es sehr sachlich zu. Denn während sich das Wachstum auf dem chinesischen Markt etwas abkühlt, wird die Automesse immer nüchterner - nicht nur, weil die Hostessen fehlen.

Shanghai (dpa/tmn) - Es sind zwar nur 30 Kilometer. Doch für den Weg raus zum neuen Messegelände braucht der Shuttlefahrer fast zwei Stunden. Shanghai erstickt im Verkehr, das kann man wörtlich nehmen: Die Straßen sind dicht, die Luft ist dick. Der Begeisterung fürs Auto tut das aber keinen Abbruch.

Auch wenn sich das Zulassungswachstum etwas abkühlt, gilt China weiterhin als Boom-Markt schlechthin. Bei der Auto Shanghai (Publikumstage: 22. bis 29. April) haben sich die Veranstalter auf teils mehr als 100 000 Besucher pro Tag eingestellt.

Die Chinesen wissen offenbar um die Risiken der Massenmobilisierung, sie reagieren auf das Problem mit Sachlichkeit. Das merkt man bei dem wichtigsten Branchengipfel im Reich der Mitte nicht nur an der Verbannung von leicht bekleideten Hostessen und am verringerten Lärmpegel bei den Pressekonferenzen, sondern auch am Premierenprogramm der Aussteller: China fordert und fördert vehement die elektrische Mobilität, und die Autobauer liefern pflichtbewusst jede Menge Plug-in-Hybride und Batteriefahrzeuge.

Das Spektrum reicht von teils abenteuerlich anmutenden Kleinstwagen wie der Studie BAIC Ex über Limousinen wie den Roewe 550e bei den heimischen Herstellern bis hin zu elektrifizierten Importmodellen aus dem Westen. Ob BMW X5, Volvo S60 oder Audi Q7 - was in Shanghai hip sein will, hängt an der Steckdose.

Auch die wichtigsten Modellstudien haben einen Steckdosenanschluss: Der Audi Prologue Allroad als dritte Evolutionsstufe jenes Schaustücks, das auf den neuen A8 einstimmen soll, steht als Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 546 kW/734 PS im Rampenlicht. Die VW-Studie C Coupé GTE, die Designchef Klaus Bischoff zum Wegbereiter für den nächsten Phaeton deklarierte, kann mit ihrer 180 kW/245 PS starken Plug-in-Antriebstechnik bis zu 50 Kilometer weit elektrisch fahren und kommt so auf einen Normverbrauch von 2,3 Litern. Und auch die Franzosen stehen in Shanghai erstmals so richtig unter Strom.

Sowohl der Citroën Aircross als betont bürgerliches SUV als auch Peugeots Sportwagen-Studie 308 R Hybrid haben einen elektrischen Hilfsantrieb. Im Citroën leistet das Doppel 230 kW/313 PS und drückt den Normverbrauch auf 1,7 Liter, beim Peugeot stehen 368 kW/500 PS und ein Sprintwert auf Tempo 100 von weniger als vier Sekunden im Datenblatt.

Da ist es fast schon verwunderlich, dass Mercedes das Concept GLC Coupé mit einem konventionellen V6-Benziner bestückt hat. Doch während die anderen Studien allenfalls als Stilvorlagen gelten, wird dieses Gelände-Coupé nach Angaben von Vertriebschef Ola Källenius 2016 in Serie gehen. Und bis es soweit ist, wird es für den GLC auch einen Plug-in-Antrieb geben.

War China bislang für die westlichen Hersteller ein gelobtes Land, müssen sie sich ihre Zugewinne dort inzwischen engagierter erkämpfen. Das liegt zum einen an der Verschnaufpause beim Anstieg der Zulassungszahlen, zum anderen aber auch an der zunehmenden Reife der chinesischen Autobauer. Denn die Zeiten, in denen die Messestände von Marken wie Great Wall, Dongfeng oder Haifan nur eine Mischung aus Copyshop und Kuriositäten-Kabinett waren, sind vorbei.

Viele Autos aus chinesischer Produktion machen zumindest auf dem Messeparkett eine gute Figur, wurden teils von abgeworbenen Designern aus dem Westen entworfen und mit Bauteilen europäischer oder amerikanischer Zulieferer entwickelt. Zwei von drei Premieren der Heimatmarken sind Geländewagen. Zwar haben SUVs wie der LS5 vom Staatslimousinen-Hersteller Rote Fahne als chinesische Alternative zum Range Rover in Europa ebenso wenig Chancen wie der Qoros 2 oder das Haval Concept B. Doch einen MG CS oder den BYD Song könnte man sich neben Nissan Qashqai und BMW X1 ganz gut vorstellen.

Trotz aller Seriosität bleibt Raum für ein paar Kuriositäten, wie die zu Luxuspanzern aufgerüsteten XXL-Geländewagen bei G. Patton oder den Elektrosportwagen Event mit Bugatti-Anleihen. Zwischen den vielen Eigenkreationen findet man immer noch Autos, die einem verdächtig bekannt vorkommen: Der V3 von BMW-Partner Brilliance etwa sieht aus wie ein SUV-Ableger des i3 aus Stahl statt Karbon. Der Land Wind X7 wirkt wie eine Blaupause des Range Rover Evoque. Und der Eagle Carre ist dem Porsche Cayman bis ins Detail nachempfunden: Sogar das Markenlogo auf der Motorhaube wurde imitiert.

Webseite der Auto Shanghai (eng.)

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