Unbekannter verletzt Pasinger Katze mit Luftdruckgewehr – Besitzer erstatten Anzeige

Wer hat auf Lilly geschossen?

Pasing Als Lilly (3) von ihrem Streifzug durch die Nachbargärten nach Hause gekommen ist, da hat Susanne B. (Name v. Red. geändert) schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt. „Ich war in einem anderen Zimmer und habe ein tiefes Knurren gehört. So einen Laut hat unsere Katze noch nie von sich gegeben“, erzählt die 38-jährige Pasingerin. „Dass jemand ihr ins Auge geschossen hat, dass hätte ich nie gedacht.“

Als Susanne B. nach Lilly schaut, sieht sie, dass ihr Auge angeschwollen ist. „Unser Kater, der Tiger, saß neben ihr und wollte niemanden an sie ranlassen. Ich habe ihn einfach nicht wegbekommen. Er hat sie geschützt“, sagt die Pasingerin mit leiser Stimme. „Erst nach einer Viertelstunde durfte ich an sie ran und habe sie beruhigt. Bis dahin dachte ich ja, sie hätte sich mit einem Eichkatzerl gerauft.“ Als Susanne B. sieht, wie verletzt ihre Katze ist, fährt sie sofort mit ihrem Mann Markus zum nächsten Notfall-Tierarzt. „Beim Ultraschall hat der Arzt festgestellt, dass jemand ihr mit einem Luftdruckgewehr direkt ins Auge geschossen hat“, sagt Markus B. „Er sagte, ihr Auge sei verloren. Er wollte es entfernen.“

Das brachten sie nicht übers Herz – und fuhren am nächsten Tag zu ihrem Tierarzt Michael Münch. „Anhand der Lage des Projektils und des Eintrittswinkels konnte ich feststellen, dass der Schütze aus nicht weiter Entfernung von oben auf die Katze geschossen hat“, erklärt der Arzt aus Gräfelfing. „Die Katze befand sich dabei im Ruhezustand. Sie saß da und hat ihn vermutlich angeschaut.“

Eine grausamer Vorfall, für Michael Münch leider keine Ausnahme: „Ich hatte schon öfters solche Fälle.“ Einige Tage später hat er Lilly operiert und das Projektil entfernt. Das Auge konnte dabei erhalten bleiben. „Wenn sie Glück hat, kann sie vielleicht noch hell und dunkel sehen“, sagt er. „Das kann ich aber erst in einem Vierteljahr feststellen.“

Susanne und Markus B. sind wegen des Schusses immer noch beunruhigt. Sie haben bei der Polizei Anzeige erstattet. Der Täter ist laut Pasinger Beamten  noch nicht gefasst. Auch sei diese Tat bisher ein Einzelfall in Pasing. Susanne und Markus B. haben nun in ihrer Nachbarschaft Plakate aufgehängt. „Bei so einer eiskalten Tat bekomme ich Gänsehaut“, sagt der Vater von zwei kleinen Kindern. „Die Menschen sollen mitbekommen, was in unserer Nachbarschaft passiert ist. Und auch der Täter soll wissen, dass sein Handeln nicht unbemerkt bleibt. Außerdem sollen sich andere Menschen, die vielleicht Ähnliches erlebt und Hinweise haben, bei der Polizei melden.“ Marie-Anne Hollenz

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