Illegale Container

Kampf den Altkleider-Abzockern

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Dreist: Direkt neben der Containerinsel an der Sibelius-, Ecke Orthstraße wurde ein nicht genehmigter Sammelbehälter aufgestellt. Die Stadt hat den Urheber jetzt aufgefordert, den Kasten zu entfernen. Karl-Heinz Wittmann (Foto) hofft, dass der Container auch wirklich verschwindet und nicht an anderer Stelle wieder auftaucht. „Ich verstehe nicht, dass die Stadt nicht mehr dagegen tut.“

OBERMENZING Obermenzinger ärgert sich über illegal aufgestellte Schuh- und Textilcontainer in der Stadt

Karl-Heinz Wittmann hat genug. Anonym und illegal aufgestellte Sammelcontainer für gebrauchte Textilien und Schuhe sind dem 68-jährigen Rentner und Mitglied im Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing (Freie Wähler) ein Dorn im Auge. Und das nicht nur in seinem Viertel. „Diese Dinger verschandeln das ganze Stadtbild und sind außerdem irreführend. Die Leute denken, sie tun etwas Gutes, wenn sie dort Kleider oder Schuhe abgeben. Dabei schnappen die Aufsteller verschiedenen sozialen Einrichtungen damit Einnahmen weg“, sagt der Obermenzinger. „Hier entsteht ein Wildwuchs, den man rechtzeitig abstellen muss“, fordert er.

Unterstützung erwartet er direkt aus dem Stadtrat. „Einen entsprechenden BA-Antrag habe ich zurückgezogen. Der hätte womöglich nicht genügend Wucht. Das ist ja in jedem Stadtbezirk ein Thema und sollte münchenweit angegangen werden“, findet Wittmann. Bei der Stadt kennt man das Problem, kommt den Verursachern aber kaum hinterher. „Wir entfernen die illegal aufgestellten Container so gut es geht. Nur leider steht oft schnell wieder ein neuer da“, sagt AWM-Sprecherin Helga Seitz. Und: „Die Urheber sind kaum ausfindig zu machen. Entweder sind die Container gar nicht beschriftet oder es steht nur eine Handynummer drauf, unter der niemand zu erreichen ist.“ Sind die Schuldigen zu fassen, gilt das Vergehen als Ordnungswidrigkeit. Dafür kann ein Bußgeld in Höhe bis zu 1000 Euro drohen.

Allen Hinweisen werde nachgegangen. „Wir schauen dann nach, ob es öffentlicher oder privater Grund ist und ob es genehmigt ist“, sagt Seitz. Soll der Container verschwinden, beklebt der AWM den Behälter mit einer entsprechenden Aufforderung. 2014 wurden 538 Fälle verfolgt. 78 Behälter wurden von den Aufstellern selbst entfernt, 237 ließ die Stadt beseitigen. Die anderen waren legal und konnten stehenbleiben. Neben der städtischen Schuh- und Kleidersammlung dürfen derzeit sieben gemeinnützige Organisationen mit Genehmigung des Referats für Gesundheit und Umwelt Container aufstellen, allerdings nur auf privatem Grund.

Die Grünen im Stadtrat möchten, dass soziale Betriebe künftig auch auf öffentlichen Flächen Altkleider sammeln und damit zusätzliche Einnahmen erwirtschaften können. In einem aktuellen Antrag fordert die Grünen-Rosa Liste „ein gerechtes, gemeinsam vereinbartes Verfahren“ für die Stadt und gemeinnützige Projekte. ul

 

Hinweise aus der Bevölkerung ans AWM-Infocenter erbeten 

Wer Zweifel hat, ob ein Container für Kleider oder Schuhe illegal ist oder nicht, kann sich unter Telefon 23 39 62 00 an den Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) wenden. „Wir forschen dann nach“, sagt Sprecherin Helga Seitz. Bei nicht genehmigten Containern fehlt nach den Erfahrungen des AWM meist ein deutlicher Hinweis auf den Aufsteller und den Verwendungszweck.

 

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