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Die Frauen-Wiesn


Nachricht von: Hallo München
Westend / Schwanthalerhöhe, 27.07.2011 12:00


Mehr Walzer: „Ja, schön ist das Oktoberfest / in München weltbekannt / von überall nur nette Gäst’ / bei uns im Bayernland. / Auf unserer Wiesn feiern wir / und Frohsinn ist bestellt / dazu trinkt man das beste Bier / beim größten Fest der Welt.“ So lautet der Text des Oktoberfestwalzers von Georg Ried (Foto), der heuer auf der Wiesn Premiere feiert. „Noten und Text werden an alle Wiesnkapellen verteilt“, erklärt der BR-Moderator und Dirigent. „Geschunkelt wird ja immer gern, und die Frauen freuen sich bestimmt, wenn sie den Tanzboden im Traditionszelt stürmen können.“
Madl-Anteil auf dem Oktoberfest steigt von 38 auf 55 Prozent – Veranstalter reagieren

München Sie waren schon immer der schönste Teil der Wiesn, seit neuestem sind sie auch der größte. „Die Wiesn wird weiblich“, freut sich Tourismus-Chefin Dr. Gabriele Weishäupl. Eine Umfrage 1999 habe ergeben, dass etwa 38 Prozent der Oktoberfest-Besucher Derndl seien – 2008 habe man bereits 55 Prozent Madl auf der Wiesn gezählt. „Ich glaube, das liegt vor allem auch an der Faszination der Tracht, die immer mehr Münchnerinnen und Auswärtige auf das Oktoberfest zieht“, erklärt die Grande Dame der Wiesn.
Für das neue Zielpublikum legen sich die Macher des größten Volksfestes der Welt, das heuer so groß wie noch nie wird, auch extra ins Zeug:  Merlot gesellt sich zur Mass, Walzerklänge laden zum Tanz ein, und das Team von „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ hat nicht nur eine eigene Facebook-Seite, sondern auch ein spezielles Sicherheitsbändchen entworfen (siehe unten). Außerdem gibt es zusätzlich noch besondere Familien- und Kinderangebote und viel Gelegenheit für einen Bummel über die Oide Wiesn, wo heuer täglich die schönste Besucherin zur Schönheitskönigin gekürt wird (siehe Kasten). Die Auswahl wird schwer fallen – bei so viel feschen feiernden Frauen...! Maren Kowitz


Mehr Wein: „Man redet soviel über Gender, da wird es Zeit für Gleichberechtigung auf dem Oktoberfest“, findet Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (Foto), dem viele weibliche Besucher ihr Leid klagten: „Wenn die Männer beim Wiesn-Bummel schnell was trinken wollen, können sie zum Beispiel ans Weißbier-Karussell, aber viele Frauen mögen halt kein Bier.“ So gibt es jetzt erstmals auf der Wiesn den Stehausschank Weinlaube im Gewand eines urigen Holzstadels, wo neben Weinen aus Deutschland, Österreich und Italien auch Prosecco, Sekt und alkoholfreie Getränke angeboten werden.



Mehr Sicherheit: Eine besondere Idee hatten Hannelore Güntner und ihr Team von der „Sicheren Wiesn“. Bei einer Pausenhof-Aktion im Vorfeld werden sie Armbandl an Mädchen verteilen, auf die man Kontakt-Handynummern schreiben kann. „Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Mädels ihr Handy verlieren und dann ihre Freunde nicht wiederfinden und allein über die Wiesn irren“, erklärt Güntner. Auch sinnvoll für Touristinnen: „Wenn sie etwas getrunken haben, vergessen sie oft, wo sie übernachten – darauf können sie die Adresse notieren.“ Die Bandl werden in diversen Hotels und Campingplätzen ausliegen.



... Und soviel Nostalgie wie noch nie: „Wir wollen mit unserem neuen Zelt auf der Oidn Wiesn die Frauen ehren“, erklären die Wirte Gerda und Peter Reichert. Im „Zur Schönheitskönigin“ wird täglich nicht nur die schönste Besucherin gekürt: Die Schauspielerin Johanna Bittenbinder eröffnet die Oktoberfest-Saison – und nicht nur Wiesn-Chefin Dr. Gabriele Weishäupl freut sich auf das Bally Prell-Preissingen: „Ich hab’ den ganzen Text von ihrer ,Schönheitskönigin von Schneizlreuth‘ drauf.“ Die beliebte Münchner Volkssängerin (Foto: Monacensia) lieh dem neuen Wiesnzelt seinen Namen und steht für Münchner Frauenpower, passend zur Wiesn. In dem Zelt gibt es auch einen Tanzboden – ebenso wie im Festzelt „Tradition“, das heuer tatsächlich „a Rehragout“ und andere Alt-Münchner Schmankerl wie Rumfordsuppe, Böfflamott oder Zwetschgenbavesen serviert und für die Kinder einen eigenen Limogarten eingerichtet hat. Auch sonst lebt die gute alte Zeit auf der drei Hektar großen „Oidn Wiesn“ auf. Der „Kettenflieger Kalb“ von 1919, die Kraftmesser-Geräte „Dicke Berta“ und „Hau den Lukas“, die „Fahrt ins Paradies“ von 1939, das Karussell „Calypso“, das „Velodrom“ von 1910 und die Wurfbude „Runter mit dem Zylinder“ – das alles sorgt für Schaustellernostalgie pur. Aber nicht nur auf dem speziellen Teil, der drei Euro Eintritt kostet, wird die Tradition in den 17 Tagen ab dem 17. September groß geschrieben – auch auf dem 31 Hektar großen Areal gibt es mit Flohzirkus, Toboggan, Teufelsrad, „Auf geht’s beim Schichtl“, Hexenschaukel, Krinoline und Pemperlprater diverse Klassiker. mak




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