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Wer kennt diesen Politiker?




Wer bin ich? Daniel Föst, Chef der Münchner FDP.
So gut wie niemand, ergab eine Umfrage. Wir stellen Daniel Föst, Chef der Münchner FDP, vor

München Nur jeder 200. Münchner kennt Daniel Föst – damit ist der Vorsitzende der Münchner FDP Schlusslicht der aktuellen Liste des Instituts für Marktforschung. Das fragt halbjährlich die Bekanntheits- und Sympathiewerte der Münchner Bürgermeister, Referenten, Partei-Vorsitzenden und Stadtratsfraktions-Vorsitzenden ab. Doch der Marketingberater war von dem schlechten Ergebnis eher positiv überrascht: „Wenn mich 0,5 Prozent von 1,364 Millionen Einwohnern kennen, dann sind das 6820 Leute. Das sind mehr, als ich Facebook-Freunde habe“, so der 34-Jährige aus der Au.
Erst im Oktober setzte er sich in einer Kampfabstimmung gegen zwei andere Kandidaten als Nachfolger von Rainer Stinner durch. „Alles unter Vorsitzendem hat keine Wahrnehmungschance in der Öffentlichkeit“, meint Föst, der für die FDP im Bezirkstag sitzt.
Was Münchens unbekanntester Politiker von Omnipräsenz und Image-Agenturen hält, was er sich als Marketing-Berater selbst empfehlen würde, verrät er im A bis Z. Maren Kowitz

FDP-Bezirksrat Daniel Föst (34) von A bis Z

Anonymität ist für eine Partei eine Katastrophe. Gerade für einen Mandatsträger, der von der öffentlichen Aufmerksamkeit lebt.



Bürgernah: Politik und Parteien haben gemerkt, dass die Bürgernähe verloren gegangen ist. Siehe Stuttgart 21, Atomdiskussion, Euro-Debatte. Das ist die entscheidende Herausforderung, aber das macht auch Spaß.



Charisma ist entscheidend. Bei einem Politiker geht es um zwei Ebenen: Weiß er, wovon er redet – und kann er’s rüberbringen.



Deprimiert: Wieso soll ich deprimiert sein? Im Oktober 2010 bin ich zum Vorsitzenden der FDP München gewählt worden. Überhaupt in dieser Liste vorzukommen, ist der erste Erfolg.



Eitelkeit: Was das angeht, habe ich ein X-Chromosom ;-) Der moderne Münchner hat Eitelkeit im Blut.



Fünf-Prozent-Hürde ist sinnvoll. Beim Bezirksrat, der zur kommunalen Ebene gehört, gibt es keine.



Grüne: Mich ärgert oft, dass sie nur dagegen sind. Aber sie sind noch glaubwürdig – und die Grünen-Politiker, die ich kennengelernt habe, sind alle sympathisch.



Hoffnung stirbt zuletzt. Ohne die Hoffnung, etwas verändern zu können, wäre es nicht möglich, ehrenamtlich in der Politik tätig zu sein.



Image: kann man nicht verordnen. Zu viele Agenturen wollen Leuten ein Image aufsetzen, in das sie nicht reinpassen. Wie Rudolf Scharping im Swimming-Pool bei der Gräfin, das war zuviel. Image muss aus der Persönlichkeit rauskommen.



Jugend ist das Wichtigste. Wir müssen ihr belastbare Sozialsysteme hinterlassen und ihr alle Chancen ermöglichen.



Konkurrenz: Konkurrenten gibt es innerparteilich wie außerparteilich. Man sollte sich auf die außerparteilichen konzentrieren.



Lachnummer: Ich musste ein bisschen Spott einstecken, nach den Umfragewerten. Aber eher im Sinn von: „Haha, 100 Prozent der Münchner, die dich kennen, finden dich sympathisch.“



Marketingberater: Das ist mein Beruf. Mein Tipp sowohl für mich selbst als auch für die FDP: Kante zeigen. Themen ausdiskutieren, auch dabei bleiben. Dieses Umfallen geht nicht. Ich würde mir mehr Geduld und Objektivität verordnen – und, besser zuzuhören.



Neuanfang: Leider ist das Recht auf Neuanfang in der politischen Debatte nicht ausgeprägt. Wenn man merkt, man ist auf dem Holzweg, muss man das Recht haben, neu anfangen zu dürfen. So wie bei der Atomausstiegsdiskussion – der Neuanfang war gut.



Omnipräsenz: ist nicht zielführend. Leute, die denken, sie müssen zu allem was Kluges sagen und ihre Nase in jede Kamera halten, sind unangenehm.



Partner: In der Politik brauchen wir zwangsläufig Partner für Mehrheiten. Im Privatleben ist ein Partner unerlässlich. Ich bin gerade Single.



Quote: Bin gegen eine Frauenquote. Welche Quote kommt dann als nächstes? Man sollte Posten nach Leistung vergeben.



Rindermarkt: Dort haben wir unser Stadtbüro. Es ist wichtig, Präsenz im Herzen der City zu zeigen. Die Grünen haben ihre Geschäftsstellle in der Sendlinger Straße, die SPD am Oberanger.



Steuergelder: Ich will nicht, dass jemand mit Steuergeldern die Münchner fragt: „Hey, kennst du den Daniel Föst?“ Aber es ist wichtig, dass gefragt wurde, was Münchens größte Probleme sind.



Tiefpunkt: FDP ist auf dem Tiefpunkt. Wie die Münchner FDP wahrgenommen wird, liegt an der Landes- und Bundespolitik. Wir brauchen ein Comeback an Glaubwürdigkeit.



Ude:: Herrn Ude kennen 97 Prozent der Münchner. Aber er hat auch große Bühnen und ist einfach eine Bombe als Redner.



Vorsitzender: Alles darunter hat überhaupt keine Wahrnehmungschance.



Wähler mobilisieren: Wir müssen Bürger mehr beteiligen. An jedem Planungsschritt müssen Bürger beteiligt sein – auch wenn es zeitaufwändig und umständlich ist.



Xing und Facebook: Praktisch, demokratisch, macht Spaß. Man erreicht tausende Leute und ist nicht mehr so abhängig von den Journalisten.



Yuppies: Unsere Werte finden sich in deren Lebensstil: Freiheit, weniger Staat, mehr Eigenverantwortung, ausgeprägtes Konsumverhalten.



Zukunft: Es wird immer mehr politisch entschieden, mit immer direkteren Auswirkungen auf die Gesellschaft.


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