Hans Hammer präsentiert stolz die neue Schrannenhalle.
Der neue Eigentümer und sein Konzept für die ehemalige Getreidehalle im Herzen Münchens
Sie liegt im Herzen Münchens, gleich neben dem Viktualienmarkt, und kann auf eine 160 Jahre lange Tradition zurückblicken: die Schrannenhalle. Nachdem es in den letzten Jahren nicht gut lief für den ehemaligen Getreidespeicher und der Gang in die Insolvenz nicht vermieden werden konnte, soll nun eine neue Ära beginnen: Die Münchner Hammer AG, die die Immobilie gekauft und saniert hat, eröffnet die Schranne am 13. Oktober als große Markthalle – mit rund 24 Standbetreibern, einem Marktrestaurant von Käfer und einem Steirermarkt auf den Galerien. Der neue Eigentümer, Hans Hammer, der zehn Millionen Euro in die Sanierung investiert hat, freut sich: „Das Konzept ist aus einem Guss – die Halle ist der Star.“ Einkaufen soll hier zum Erlebnis werden. Hammers Wunsch: „Die Leute sollen aus Neugierde kommen – und aus Begeisterung immer wieder kommen.“ Maren Kowitz
Der neue Schrannen-Eigentümer Hans Hammer (39) von A bis Z
Ausstellung: Für die Eröfffnung planen wir ein großes Fotokunstwerk auf der Galerie. Und wir arbeiten an einem Kunstkonzept. Wir wollen Themen, die zur Halle passen.
Bühne: Es gibt keine Bühne, aber es wird einen Raum geben für Poetry Slams oder Diskussionsrunden – integriert im Markt, oder auf den Galerien... Es soll alles ineinander übergehen.
Center Management: Wir setzen ein externes Center Management ein, das für den täglichen Ablauf zuständig ist: Werbeaktionen, Reparaturen – und dass sich die Händler miteinander vertragen.
Design: Wir haben ein durchgängiges Designkonzept – gleiche Formensprache, wiederkehrende Materialien. Die Händler werden einheitliche Kleidung tragen – da macht auch der Käfer mit.
Events: Es wird keine Großveranstaltungen, keine Public Viewings und keine Parties geben.
Fluch: Ich bin absolut nicht abergläubisch. Alles, was hier nicht funktioniert hat, kann man nachvollziehen. Man kann aus diesen Fehlern lernen.
Galerie: Durch die Galerien haben wir die Halle verbessert. Vorher war es ein sehr langer Schlauch. Auf den Galerien haben wir zwei gemütliche Flächen geschaffen. Und man kann die Halle besser erleben, die Konstruktion sehen.
Hacker-Pschorr: Einer unserer Mieter, mit denen wir den Vertrag verlängert haben. Der Pschorr als Wirtschaft ist bis jetzt –neben der Tiefgarage – das Einzige, was an der Schrannenhalle funktioniert hat.
Investition: In Umbauten, Einbauten, Sanierung und Reparaturen haben wir rund zehn Millionen Euro gesteckt.
Junge Menschen haben auch Spaß an gutem Essen! Auch das ist eine Sache, die wir planen: Gemeinsam mit Standbetreibern und Käfer wollen wir Kurse zu gesunder Ernährung und Kochen anbieten. Gerade jüngere Menschen müssen wieder gutes und gesundes Essen lernen.
Käfer: Die Kooperation ist sehr wichtig. Michael Käfer war früh im Boot und hat uns mit seiner Kreativität bereichert. Jetzt betreibt er das Marktrestaurant auf der Galerie und einen Delikatessenstand.
Lifte: Wir haben zwei Lifte neu gebaut, damit man auch barrierefrei auf die Galerien kommt.
Markthalle: Die Halle muss als Markthalle funktionieren. Das lebt von den Produkten: Wir bieten eine gute Mischung an guten, bodenständigen Lebensmitteln – weder überkandidelt noch superbillig, sondern regional und authentisch.
Neues Konzept: Wir machen das Offensichtliche: Ein klares Konzept, das sich ganz auf Lebensmittel ausrichtet, wir haben uns die Mieter und den Produktmix genau überlegt.
OB: Wir bekommen viel Unterstützung – ob vom Stadtrat, der einstimmig zugestimmt hat, dass wir die Schrannenhalle übernehmen, ob vom OB-Büro, Kommunalreferat oder Planungsreferat.
Publikum: Wir machen das für die normalen, bodenständigen Münchner, die sagen: „Ich will heute einkaufen gehen, ein schönes Einkaufserlebnis und ein vernünftiges Produkt.“ Alle, die hierher kommen, sollten eine gewisse Liebe zum Lebensmittel haben.
Qi Gong: Mit dem ,Airyoga‘ haben wir einen neuen Mietvertrag abgeschlossen. Wir waren überrascht, was die für einen Fanclub haben. Sie sind eine echte Marke.
Rendite: Natürlich verspreche ich mir Gewinn aus diesem Projekt. Schließlich bin ich Kaufmann.
Schulden: Alle Menschen, die offene Forderungen gegen die Schrannenhalle hatten, sind entweder durch uns direkt oder durch den Insolvenzverwalter der alten Gesellschaft bezahlt worden. Wir haben 34,8 Millionen Euro bezahlt – um die Altgläubiger abzufinden.
Technik: Jetzt funktioniert die Technik wie sie sollte: die Fettabscheider, die Lüftungsanlage, die Fenster.
Umbau: Die wichtigsten Neuerungen sind die beiden Galerien – und die Flügeltüren, die man jetzt um 180 Grad öffnen kann. Die Halle wird –solange es das Wetter irgendwie erlaubt – offen sein.
Viktualienmarkt: Wir sehen uns auf jeden Fall als Teil des Viktualienmarkts. Wir stimmen uns mit den Marktleuten ab und sind froh, dass sie unsere Nachbarn sind.
Wochenendspurt: Bis zur Eröffnung am 13. Oktober gibt es noch viel auszubauen. Außerdem muss gestrichen werden. Die Stände werden ab dem 10. Oktober an die Mieter vergeben. Und am 13. in der Früh schubsen wir den letzten Handwerker raus.
X Anfragen: Jetzt haben wir alle Standl vermietet, und die Warteliste wächst täglich.
Yippiiiee! Mein schönster Moment war, als wir 2010 den rechtlichen Kampf um die Schrannenhalle gewonnen haben. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Die Entscheidung war unberechenbar.
Zukunft: In fünf Jahren ist die Schranne ein fester Bestandteil von München. Jeder Münchner geht mindestens einmal im Monat in die Schrannenhalle. Sie lebt und vibriert und ist ein Teil des Viktualienmarkts geworden.
Wir suchen laufend zuverlässige Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner, die mittwochs und/oder samstags unsere Stadtteilzeitungen oder Prospekte zustellen.