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Schöne alte Welt: Laims Schmuckkästchen


Nachricht von: Hallo München
Laim, 07.12.2011 12:00



Laim Es ist wie eine kleine Zeitreise. Keine 400 Meter von der Hektik der Fürstenrieder Straße tut sich eine Welt auf, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Kleine, beigefarbene Häuser mit grünen Fensterläden, schnuckeligen Dachgauben und roten Ziegeln ducken sich wie an einer Perlenkette gereit an die schmale Straße mit dem Kopfsteinpflaster. Fast scheint es, als habe sich hier seit 100 Jahren nichts verändert. Und der Eindruck täuscht nicht. Denn wer hier in der so genannten Bauhandwerker-Siedlung rund um die Gunzenlehstraße lebt, der passt auf, auf das städtebauliche Kleinod. Und das schon seit 100 Jahren. Jetzt feiert die Bauhandwerker-Siedlung ihr rundes Jubiläum.
Es war ein ehrgeiziger Plan, den der Laimer Architekt und Stadtbaumeister Theodor Fischer Anfang des 20. Jahrhunderts ausgetüftelt hat. Bezahlbar sollten sie sein die Häuser und doch mehr bieten, als die Mietskasernen, die zu dieser Zeit vielerorts aus dem Boden schossen, erklärt Josef Kirchmeier vom Historischen Verein Laim. Der 68-Jährige hat in monatelanger Kleinarbeit die Geschichte der Siedlung aufgearbeitet. „Eisenbahner, Handwerker, Angestellte – die Siedlung war für die ,kleinen Leute’ konzipiert“, sagt Kirchmeier.
Doch dem Charme des Ensembles erliegen mit der Zeit auch jene, die früher keinen Schritt in eine Arbeitergegend gemacht hätten. Architekten, Ingenieure, Lehrer oder Banker findet man hier heute ebenso, wie die, für die die Siedlung einst gedacht war. „Wenn jemand auszieht, bleibt kein Haus lange frei“, sagt Kirchmeier. Und das, obwohl die Siedlung unter Denkmalschutz steht. Einfach mal so Türen und Fenster austauschen, geht hier nicht. Kirchmeier ist darüber froh. „Es wäre schade, wenn man hier alles verändern würde.“
Bei seinen Recherchen ist der ehemalige Verwaltungsdirektor der Münchner Stadtbibliothek nicht nur auf Interessantes, sondern auch auf Kurioses gestoßen. So sucht man in der Gunzenlehstraße die Hausnummer 13 vergebens. Zwischen der 11 und der 15 findet sich lediglich die 11a (kl. Foto). „Aberglaube“, sagt Kirchmeier mit einem Schulterzucken. Denn warum genau die Nummer 13 fehlt, das hat auch der Hobby-Historiker nicht herausfinden können. tog

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