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Die Angst vor der Riesen-Spielhölle


Nachricht von: Hallo München
Laim, 14.09.2011 12:00



LAIM Als ob es noch nicht genug von ihnen gäbe: Auf über 1000 Quadratmetern, größer als die meisten Supermärkte, sollen an der Landsberger Straße nahe der Friedenheimer Brücke neue Spielhallen entstehen. Was für Zocker ein wahres Paradies ist, ist für Anwohner und Bezirkspolitiker ein Graus. „Wir haben schon genug Spielhallen“, seufzt der Vorsitzende des Bezirksausschusses Laim, Josef Mögele. Und dann auch noch an dieser Stelle. Denn an dem Wirtschaftsweg, der parallel zur Landsberger Straße verläuft gehen Nacht für Nacht Prostituierte ihrem Gewerbe nach. Rotlicht im Etablissement und Blinklicht am Spielautomaten – für Mögele eine unheilvolle Kombination. Konflikte seien da programmiert.
Auch Anette Zöllner, Vorsitzende des Bauausschusses im Bezirksausschuss, ist entsetzt. „Das wird ein Riesen-Ding.“ Die Stadt solle alles in ihrer Macht stehende versuchen, um die Pläne zu vereiteln.
Doch Hoffnung, die geplanten Spielhallen zu verhindern, gibt es kaum. „Wir können nur nach den gesetzlichen Grundlagen prüfen und entscheiden“, sagt Katja Strohhäker, Sprecherin des Planungsreferats. Und die lassen wenig Spielraum zu. Denn um die Genehmigung verweigern zu können, muss nachgewiesen werden, dass die Ansiedlung von Spielhallen städtebaulich schädlich ist. Dass dies an der Landsberger Straße der Fall ist, ist allerdings unwahrscheinlich.
Mit den Planungen für die neuen Spielhallen setzt sich ein Trend fort, den man im Kreisverwaltungsreferat (KVR) seit über zwei Jahrzehnten beobachtet. „Es werden immer mehr, das ist ein gesellschaftliches Problem“, sagt Klaus Kirchmann, Sprecher des KVR. So gab es im Jahr 1990 gerade einmal 31 Spielhallen in München, 2010 waren es bereits 190. Tendenz steigend. Doch es gibt Hoffnung. Mit dem so genannten Glücksspielstaatsvertrag will der Gesetzgeber der Ausbreitung der Spielhallen-Epedemie einen Riegel vorschieben. Demnach sollen so genannte Mega-Komplexe wie der an der Hansa Straße (Hallo München berichtete) künftig nicht mehr genehmigt werden dürfen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Deshalb will der Bezirksausschuss gegen das Projekt an der Landsberger Straße kämpfen. Mit einem Bündel aus Forderung nach Gutachten für Lärmschutz, Zufahrten oder Stellplätzen will Josef Mögele den Betreibern möglichst viele Steine in den Weg legen. Gleichwohl ist der Bezirkschef realistisch: „Dann sind unsere Möglichkeiten aber auch schon erschöpft.“ tog

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