Pfadfinder kämpfen verzweifelt um Nachwuchs
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Hallo München
Hadern, 08.09.2011 12:00 |
Großhadern Sozial schwache Familien, der zunehmende Druck durch das achtstufige Gymnasium und immer mehr Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche: Für den Pfadfinderstamm O.A. Romero ist es eine unheilvolle Kombination. „Uns fehlt der Nachwuchs“, sagt Julia Wolfinger, die sich um die Kleinen kümmert. Gerade mal fünf bis elf Kinder kommen noch zu den Gruppenstunden, die die 18-Jährige einmal pro Woche veranstaltet.
Seit zehn Jahren ist die Schülerin schon bei den Pfadfindern. Doch so ernst wie momentan sei die Lage noch nie gewesen. „Es wird immer schwieriger“, sagt die 18-Jährige und seufzt. Doch warum wollen immer weniger Kinder zu Pfadfindern? „Vielen Familien fehlt einfach das Geld, um ihren Kindern eine vernünftige Freizeitgestaltung zu ermöglichen.“ Hinzu komme, dass im Einzugsgebiet des Stammes viele Menschen aus anderen Kulturkreisen leben. Mit der Tradition der Pfadfinder hätten die wenig am Hut. Und dann ist da ja noch das G 8. „Die Kinder haben nach neun Stunden Schule einfach keine Zeit und keine Lust mehr“, sagt Bernadette Fetzer, die sich zusammen mit Amelie Fikentscher um die Allerkleinsten im Stamm kümmert.
Doch sich damit abfinden, den Stamm sterben lassen, das wollen die jungen Frauen auf keinen Fall. Sie wollen für O.A. Romero kämpfen. „Wir gehen viel in die Schulen, stellen uns bei Sommerfesten vor, erzählen über unsere Aktivitäten und machen Werbung für unseren Stamm“, sagt Julia Wolfinger. Und wenn die junge blonde Frau über das Leben als Pfadfinder erzählt, gerät sie schnell ins Schwärmen. „Es ist komplett anders als im Alltag. Keiner wird ausgegrenzt, die Schwächen der Leute sind egal.“ Wer einmal dabei ist, den lässt die Faszination nicht mehr los, sagen die drei jungen Frauen. In die Zukunft blicken sie daher trotzdem mit Optimismus. Denn Pfadfinder geben so leicht nicht auf. „Wir werden kämpfen.“ tog |
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