Maßarbeit auf dem Mariahilfplatz
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Hallo München
Au, 06.10.2011 12:00 |
 Pfarrer Markus Gottswinter steht stolz zwischen den 59 Glocken, die für das Carillon gegossen wurden. Paulaner-Pferde sollen die neuen Carillon-Glocken in den Kirchturm ziehen
Au Aufgereiht wie bauchige Zinnsoldaten stehen sie da: Die Glocken für das Carillon, das künftig über dem Mariahilfplatz klingen sollen. Bis es soweit ist, wartet auf die Bürger ein einzigartiges Spektakel: Am Samstag, 8. Oktober, um 14 Uhr ziehen acht Paulaner-Pferde die fünf schwersten Glocken in ihre neue Heimat auf rund 60 Meter. „Dafür werden aus dem Mariahilfturm die Jalousien entfernt“, erklärt Pfarrer Markus Gottswinter. „Das wird ganz schöne Maßarbeit, denn die größte Glocke ist nur acht Zentimeter kleiner als das Loch, durch das sie durch muss.“
Zwei Tonnen schwer und 1,60 Meter breit ist die größte Glocke, die Paulaner für 35 000 Euro gestiftet hat. Insgesamt wurden jetzt 59 Glocken neu gegossen – mit einer Garantie von 500 Jahren. „Sie sind nicht nur optisch, sondern auch klanglich sehr schön geworden, die fünf Oktaven klingen silbern“, schwärmt Gottswinter. „Sie fertig zu sehen, ist wie Weihnachten und Ostern auf einmal.“
Zwei Jahre hat es gedauert bis die rund 500 000 Euro für Glocken, Glockenstuhl und Spieltisch gesammelt worden waren. Unter den Spendern: die Brauereien Paulaner und Augustiner, Herzog Franz von Bayern, die Dultbeschicker, Wirt und Metzger vom Nockherberg, der Filmkomponist Enjott Schneider und viele andere. „Unser B4 ist unsere ökumenische Glocke, die hat die evangelische Johannesgemeinde Au-Haidhausen gestiftet“, freut sich das Oberhaupt der Mariahilf-Pfarrei. „Und ein Auer Ehepaar hat die drei Glocken gezahlt, die das Datum ihres Hochzeitstages ergeben.“
Jetzt fehlt nur noch das Geld für die Traktur, das Gestänge zwischen dem Spieltisch und den Glocken. Das erste Mal soll das Carillon zum Beginn der Mai- oder Sommerdult erklingen. Gottswinter, ein begeisterter Orgelspieler, will jetzt auch noch das seltene Glockenspiel lernen. „Bis jetzt kann ich ihm einige Töne entlocken, aber das ist auch eine Frage der Hornhaut an den Händen.“
Die Glocken sind noch bis Samstag, 8. Oktober, in der Mariahilfkirche ausgestellt, dann beginnt das Spektakel.
Maren Kowitz |
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