Der Viktualienmurks
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Hallo München
Altstadt, 15.07.2011 12:00 |
 Münchens Wahrzeichen ist maroder, als gedacht – der TÜV empfiehlt den Abriss des Viktualienmarkts. Fotos: Bitterer/kn TÜV-Gutachten empfiehlt Abriss von Münchens Wahrzeichen – Händler stinksauer auf die Stadt
Altstadt Die Keller sind feucht und schimmelig, am Brandschutz hapert’s, manche Standl haben keinen Wasser- oder Stromanschluss – für den TÜV steht fest: Der Viktualienmarkt muss abgerissen werden! Eine Hiobsbotschaft für die Händler, die davon ausgingen, dass nur saniert werden soll. „Gegen das Tabula rasa wehren wir uns vehement“, betont Elke Fett, Vorsitzende der Interessensgemeinschaft Viktualienmarkt (IGV).
Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen – wer ist schuld am Viktualienmurks? Elke Fett schiebt den Schwarzen Peter der Stadt zu. Schließlich erwirtschafte der Markt rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr. „Hätte man in den letzten 15 Jahren nur 30 Prozent vom Gewinn in die Sanierung gesteckt, würden wir jetzt ganz anders dastehen“, schimpft sie. Das Kommunalreferat schweigt zu den Vorwürfen – betont lediglich, dass es mit einer Instandsetzung der Pavillons, die größtenteils aus den 1950er-Jahren stammen, nicht getan sei. Nach der niederschmetternden Diagnose des TÜVs geht es jetzt an den Therapieplan: Bis 2013 will das Kommunalreferat ein Marktkonzept erarbeiten lassen und ein Finanzierungskonzept vorlegen. Erst danach gehe es um Details wie das neue Erscheinungsbild von Münchens Wahrzeichen.
Bis dahin wollen die Standlbesitzer aber nicht warten: „Wir wollen endlich Genaues wissen“, sagt Elke Fett. Bislang habe sie nur über die Medien erfahren, was Sache sei – die Stadt habe kein Gespräch gesucht. Deshalb ergreift die IGV nun die Initiative: Geplant ist, eine Händlerversammlung einzuberufen, zu der auch Kommunalreferentin Gabriele Friderich eingeladen werden soll. Dann könnten die Händler endlich ihre Sicht der Lage vorbringen – ein paar von ihnen äußern sich bereits auf dieser Seite. Tanja Bitterer
Problem-Punkte: Wo’s an den Standln hakt
Marode. Hygienemängel. Abbruchwürdig. Wörter, die die Händler so richtig wütend machen – schließlich sei der Viktualienmarkt eine Attraktion, so wie er ist, betont Kartoffelhändler Rupert Tafelmaier. Freilich, gibt er zu, müsse ein bisserl renoviert werden – „aber das sind doch geringfügige Sachen“, meint er. Sein Standl bräuchte neue Farbe und Putz, die Rollos sind defekt, die Fenster müssten neu eingekittet werden. Hauptproblem: Seine Kellertreppe verfügt über keine Sicherung. Für den Händler eine irrsinnige Forderung: „Ich bin doch allein in meinem kleinen Standl – und ich weiß, wann ich die Kellerklappe offen habe. Wie soll ich da denn runterfallen?“
Elisabeth Sigrüner von der Fruitique kann über die Abrisspläne bislang nur lachen: „Das kann man doch nicht ernstnehmen“, sagt sie. Gäbe es „gscheide Auflagen, dass jeder sein Glump sauber hält, tät’s hier auch ned so ausschauen“, meint sie.
Klaus Hahn von Obst- und Gemüse Tretter sieht das allerdings ein bisserl anders. Bisher sei immer nur Kosmetik betrieben worden – „Zeit wird’s, dass hier mal ordentlich saniert wird“, betont er. Sein Keller sei erst vor kurzem hergerichtet worden – trotzdem sei der Boden schon wieder feucht. Die Wände seien zudem so marode, dass er nicht mal eine Lampe aufhängen könne. „So kann es ja auf Dauer nicht weitergehen“, meint er. bit |
 Diese drei Viktualienmarktler haben gut lachen – ihre Standl sind soweit in gutem Zustand (v.li.): Hans Hollweck, |  Manuela Teltschik
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 und Susanne Sonnleiter. |
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