Mysteriöser Fall

Stimmen gehört - Mann gibt tödlichen Messerstich auf Mutter zu

Würzburg - Er habe Stimmen gehört, die ihm sagten, seine Mutter sei eine Hexe - und habe sie deshalb erstochen. Das sagte ein 30 Jahre alter Mann zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Würzburg aus.

Ihm droht die Einweisung in eine geschlossene Psychiatrie wegen Totschlags im Zustand der Schuldunfähigkeit. Grund für die Tat war ihm zufolge eine Drogenpsychose. Er habe regelmäßig Marihuana und Amphetamine genommen. Als er die Drogen absetzte, sei er in die Wahnvorstellungen abgerutscht.

Der Beschuldigte beantwortete die Fragen der Richter ruhig und offenbar bei klarem Verstand. Er konnte sich an die Tat Anfang März im unterfränkischen Rödelsee (Landkreis Kitzingen) erinnern und gab die Vorwürfe zu. Er habe gedacht, er würde über das Internet ausspioniert, und wollte deshalb das Stromkabel des Hauses mit einer Schere kappen. Als seine 62-jährige Mutter, bei der er wohnte, nachsehen kam, hätten Stimmen ihm zugeflüstert, er müsse ihr „den Kopf abschneiden“. Anschließend flehte er nackt auf der Straße Gott an, zog sich dann einen Skianzug über und fuhr mit dem Zug bis nach Frankfurt, wo er festgenommen wurde.

Durch eine „paranoide Situationsverkennung“ war der 30-Jährige nach Ansicht des Staatsanwalts schuldunfähig. Er ist bereits vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Ein Urteil in dem Prozess könnte Anfang Dezember fallen.

dpa

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