Opfer erstickte qualvoll

Raubmord: 38-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis

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Ein Schild "Justizgebäude" hängt an der Wand des Landgerichtes.

Nürnberg - Weil sie zwei Einbrecher auf frischer Tat ertappte, musste eine 85-Jährige vor drei Jahren in Nürnberg qualvoll sterben. Nun kommt einer der Mörder lebenslang ins Gefängnis. Ein zweiter Verdächtiger ist weiter auf der Flucht.

Knapp drei Jahre nach dem Raubmord an einer Rentnerin in Nürnberg ist ein 38-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth stellte am Dienstag zudem eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Mann nicht mit einer vorzeitigen Haftentlassung nach 15 Jahren rechnen.

Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass der 38-Jährige mit einem Komplizen, nach dem mit internationalem Haftbefehl gefahndet wird, im Juni 2013 bei der 85-Jährigen eingebrochen ist. In der Nacht stiegen sie demnach über die Balkontür in die Hochparterre-Wohnung der Rentnerin ein. Die Täter hätten die Frau gefesselt und geknebelt sowie der am Boden liegenden Seniorin dann noch zwei Decken und einen Teppich über den Kopf gelegt. Die 85-Jährige erstickte qualvoll. Danach raubten die Männer eine teure Uhr.

Die Frau habe sterben müssen, weil sie aufgewacht sei und die Täter gefürchtet hätten, dass sie die Männer wiedererkennt, sagte der Vorsitzende Richter. Die Kammer sprach den 38-Jährigen daher wegen schweren Raubes mit Todesfolge schuldig sowie wegen Mordes aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat. Weil die Kammer damit gleich zwei sogenannte Mordmerkmale sah, stellte sie zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Die Tat zeuge von einer Skrupellosigkeit, die ihresgleichen suche, sagte der Richter.

Er beschrieb den Angeklagten in seiner Urteilsbegründung als „Gewohnheitsverbrecher“. Zwischen 1997 und 2013 habe er rund 14 Jahre in Haft gesessen. Immer wieder habe er Einbrüche in mehreren Ländern begangen. Auf die Spur der Männer kam die Polizei jedoch erst nach längeren Ermittlungen anhand von DNA-Spuren, welche die Täter in der Wohnung der früheren Kneipenbesitzerin hinterlassen hatten.

Im Frühjahr 2014 meldete das Bundeskriminalamt einen Treffer in der Schweiz: Einer der Beschuldigten soll dort einen Diebstahl begangen haben. Sein genetischer Fingerabdruck stimmte mit den Spuren vom Tatort in Nürnberg überein. Auch das Handy des Georgiers war während des Tatzeitraumes in der Nähe der Wohnung der 85-Jährigen eingeloggt.

Der Mann hatte in der Schweiz einen Asylantrag gestellt. Aus der Flüchtlingsunterkunft verschwand er jedoch kurze Zeit später. Seitdem ist der 29-Jährige auf der Flucht. Durch Ermittlungen im Umfeld dieses Mannes fand die Polizei den nun verurteilten 38-Jährigen, der ebenfalls aus Georgien stammt. Auch er hatte DNA-Spuren am Nürnberger Tatort hinterlassen.

dpa

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