Gegen Fremdenfeindlichkeit

Nach Brandanschlag: Menschenkette in Vorra

Menschenkette Vorra
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Nach den Brandanschlägen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte haben sich hunderte Menschen in Vorra an einer Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit beteiligt.
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Nach den Brandanschlägen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte haben sich hunderte Menschen in Vorra an einer Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit beteiligt.

Vorra  - Nach dem Brandanschlag auf drei fast bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte in Vorra bei Nürnberg haben die Bürger ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus gesetzt.

Mehrere Hundert Menschen bildeten nach einem Solidaritätsgottesdienst am Sonntag eine Menschenkette um die vorerst unbewohnbaren Gebäude. Linke und Grüne gaben Union und AfD eine indirekte Mitverantwortung an dem vermutlich rechtsextremen Anschlag in dem 1700-Einwohner-Ort.

Linke-Chef Bernd Riexinger warnte in der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag), in einem politischen Klima, „wo etablierte Parteien Rassismus salonfähig machen, fühlen sich rechte Gewaltbanden ermutigt“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf der CSU vor, zu einer Verschärfung des Meinungsklimas beigetragen zu haben.

CSU-Chef Horst Seehofer wies den Vorwurf mit scharfen Worten als „Hirngespinst“ zurück: „Wer uns als Sympathisanten oder Verursacher darstellt, der grenzt sich für mich als Gesprächspartner aus.“

Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag im mittelfränkischen Vorra einen zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt. An eine Wand schmierten sie Hakenkreuze und die Parole „Kein Asylat in Vorra“.

Um die Täter zu finden, bildete die Polizei eine Sonderkommission. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist aber nicht mit raschen Ergebnissen zu rechnen. Die Ermittlungen seien aufwendig.

Der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief bei einem Besuch in Vorra dazu auf, gegen Ausländerfeindlichkeit „ganz klar Flagge zu zeigen“. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, appellierte in einem Gottesdienst in München, „gegen jede Gewalttat und gegen jeden Hass aufzustehen“.

Das Bundeskriminalamt hat in den ersten drei Quartalen 2014 bereits 86 rechtsextrem motivierte Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gezählt - und damit mehr als 2012 und 2013 zusammen. Darunter fallen Farbschmierereien, Beschmutzungen und Sachbeschädigungen, aber auch Brandstiftungen. Zur rechtsextremistischen Szene insgesamt rechnet der Verfassungsschutz laut „Welt am Sonntag“ derzeit bundesweit fast 22 000 Personen. Rund 10 000 von ihnen gälten als „gewaltbereit“.

Der Zentralrat der Juden warnte vor der Anti-Islam-Bewegung „Pegida“. Gruppen vom ganz rechten Rand nutzten die Verunsicherung vieler Bürger schamlos aus. „Mit verbalen Attacken fängt es an und mündet in Anschläge wie jetzt in Bayern auf das geplante Flüchtlingsheim“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster den „Ruhr Nachrichten“.

An der wöchentlichen Demonstration des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ („Pegida“) in Dresden hatten sich am Montag rund 10 000 Menschen beteiligt, so viele wie noch nie. Sie fordern auch eine striktere Asylpolitik. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, steigt seit Jahren. Für 2014 werden insgesamt rund 200 000 Asylanträge erwartet.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, die Sorgen der Demonstranten ernst zu nehmen. Riexinger warf der Union vor, damit „ein weiteres Tabu nach rechts“ zu brechen. Wegen offener Sympathien für „Pegida“ steht vor allem die AfD in der Kritik. 86 Prozent ihrer Anhänger haben laut einer Umfrage für „Focus“ Verständnis für die Demonstrationen.

dpa

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