Intrigen, Selbstzweifel und Größenwahn einer Partei

Seehofer vs. Söder: Enthüllungsbuch versetzt CSU in Aufregung

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Wie steht es um ihr Verhältnis wirklich? Horst Seehofer und Markus Söder.

München - Selten hat man erlebt, dass ein Buch eine ganze Partei derart in Aufruhr versetzt. Offenbar tut das aber gerade ein Werk, das den Machtkampf in der bayerischen CSU beschreibt.

Es klingt wie das 1001. Kapitel im Streit zwischen Horst Seehofer und Markus Söder. „Die größten Gefahren für einen Politiker sind Übermut oder Unvernunft“, soll Seehofer auf Söder gemünzt gesagt haben. Schlimmer allerdings sei nur die Kombination aus beidem. Als Quelle dieser Aussage dient ein vor wenigen Tagen erschienenes Buch von Spiegel-Autor Peter Müller. Der Titel ist Programm: "Der Machtkampf: Seehofer und die Zukunft der CSU". 

Es handelt von Intrigen, Selbstzweifel und Größenwahn hinter den Kulissen der CSU. Und das auf über 300 Seiten. Müller ist ein Kenner der Partei. Laut Bild soll das Buch nun die Christsozialen so sehr in Aufruhr versetzen, dass Söder und Seehofer selbst auf dem Oktoberfest eine Art Krisengespräch darüber geführt haben.

Seehofer soll Söder Nachfolge-OK gegeben haben

Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hält der Ministerpräsident dem Buch nach für zu zahm und Merkel-freundlich. Sie soll das Buch dem Blatt zufolge von vorn bis hinten mit gelben Post-it's zugekleistert haben, sogar im CSU-Vorstand soll es schon Thema gewesen sein.

Die Spitzenmänner und -Frauen der Partei sind alarmiert, weil Müllers Buch tatsächlich jede Menge politischen Sprengstoff bietet. So schreibt er, Seehofer habe Söder in einem Vier-Augen-Gespräch signalisiert, ihn als Nachfolger zu akzeptieren, was Alarmstimmung im Rest der Partei ausgelöst haben soll - vor allem bei den „Kronprinzen und -prinzessinnen“. Wohl also auch bei Ilse Aigner, die sich dem Vernehmen nach auch noch Hoffnung als Seehofer-Nachfolgerin macht.

Im Vordergrund aber steht offenbar die Beziehung Seehofer-Söder. Bis heute soll Seehofer Finanzminister Söder verdächtigen, seine Liaison mit Bundestagsmitarbeiterin Annette Fröhlich 2007 weitergetragen zu haben. Damals enthüllte die Bild-Zeitung die außereheliche Beziehung Seehofers zu Fröhlich, und dass beide ein gemeinsames Kind haben.

Seehofer bleibt nur Söder

Müller kommt schließlich zu der These, dass es die CSU in der kommenden Wahl schwer haben dürfte: „Das liegt auch daran, dass geeignetes Personal fehlt, mit dem man sich einem Niedergang erfolgreich entgegenstemmen könnte."

Und weiter: "Während Strauß nach seinen 27 Jahren an der Parteispitze ein Wurzelgeflecht durchsetzungsstarker CSU-Leute hinterließ, die für seine Nachfolge infrage kamen, bleibt Seehofer nach all seinen Ränkespielen und Tricksereien wohl nur der Mann, den er immer verhindern wollte. (…) Seehofer bleibt am Ende wohl nur Söder.“

Seehofer werden diese Sätze nicht erfreuen. Söder wohl eher auch nicht.

mke

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