Gläubige wollen Brücken bauen

Katholikentag: Ausgrenzung verurteilt

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Regensburg - Der Katholikentag hat begonnen.  Gläubige aus ganz Deutschland wollen „Mit Christus Brücken bauen“ - und dabei niemanden ausgrenzen.

Zum Auftakt des Katholikentages in Regensburg haben die Veranstalter davor gewarnt, verschiedene Wege des Glaubens und der Frömmigkeit gegeneinander auszuspielen. „Bei Christus ist niemand höherwertig oder minderwertig. Deshalb wollen wir den Katholikentag zu einem starken Brückenschlag in unserer Kirche gestalten“, erklärte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, am Mittwoch in der Domstadt. In der katholischen Kirche sei von gegenseitiger Liebe oft wenig zu spüren, „zu häufig das Gegenteil wechselseitiger Abgrenzung, Abwertung und Ausgrenzung“, beklagte er.

Mehrere 10.000 Gläubige erwartet

Beim größten katholischen Laientreffen unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen“ wollen mehrere 10 000 Gläubige bis zum Sonntag über die Zukunft ihrer Kirche diskutieren, gemeinsam beten und feiern. Viele hoffen auf neue Impulse für ihren Glauben ebenso wie für die Kirche, die weiter Mitglieder verliert und unter Reformdruck steht, in der Papst Franziskus aber für neue Offenheit sorgt.

In mehr als 1000 Veranstaltungen geht es in Regensburg auch um gesellschaftliche Probleme wie die soziale Gerechtigkeit oder etwa die Wende in Osteuropa vor 25 Jahren. Zudem gibt es Bibelarbeiten, Gottesdienste, Ausstellungen und Konzerte. Zur Eröffnungsveranstaltung am Abend wurde unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

Offen und gesprächsbereit

„Wer Brücken bauen will, muss für die Begegnung offen sein, bereit zu hören, aufzunehmen, andere Erfahrungen und Positionen zu achten, aufeinander zuzugehen“, sagte Glück. „Das ist der Geist, in dem wir die kommenden Tage begehen wollen. Wir wünschen uns, dass der Katholikentag der Ort einer hörenden, suchenden und in diesem Sinne demütigen Kirche ist, deren Selbstverständnis der Dienst und nicht der Machtanspruch ist.“

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich überzeugt, dass der Katholikentag offen und gesprächsbereit sein wird. „Kontroverse Themen haben wir nicht ausgespart. Wir wollen sie aufgreifen und diskutieren, aber dabei nicht die Forderungen Papst Franziskus' und Papst Benedikts an die Christen aus den Augen verlieren, eine dienende Kirche zu sein, die sich nicht darin erschöpft, sich mit sich selbst zu beschäftigen.“

In Deutschland gibt es rund 24 Millionen Katholiken, die katholische Kirche verliert allerdings - ebenso wie die evangelische - stetig Mitglieder. Zu den umstrittenen kirchlichen Themen, die in Regensburg zur Sprache kommen, gehören die selbst bei vielen Christen als überholt geltende Sexualethik, die Schwangerenkonfliktberatung, das Diakonat der Frau und der Umgang mit Wiederverheirateten, die momentan keine Sakramente empfangen dürfen.

dpa

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