Schwierige Vermittlung

Mann überfordert: Hunderte Ratten in der Wohnung

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Bad Aibling - Na das muss aber ganz schön gerochen haben. Bis zu 300 Ratten wurden in einer Wohnung in Bad Aibling gefunden. Die Vermittlung der Nager gestaltet sich schwierig.

Der Fund von bis zu 300 Ratten in einer Wohnung in Bad Aibling (Kreis Rosenheim) bringt Tierschützer in Oberbayern an den Rand der Verzweiflung. „Wir sind etwas ratlos“, sagt Judith Brettmeister vom Tierschutzverein München.

Die Nager waren wie berichtet in einer Wohnung gefunden worden. Sie gehören einem 52-Jährigen, der nun im Krankenhaus liegt. Er hatte einem Sozialarbeiter erzählt, dass in seiner Wohnung lediglich an die 20 Nager lebten und versorgt werden müssten. Als Tierschützer in die Wohnung kamen, fanden sie mehr als zehnmal so viele Ratten – in Schubläden, im Bettkasten und hinter Schränken. Verwahrlost wirkte die Wohnung offenbar nicht, sie war lediglich ganz auf die Tiere ausgerichtet. In der gesamten Wohnung war Streu ausgelegt. Insgesamt 300 Tiere. Kannibalismus unter den Nagern gab es nicht, sie waren nur sehr hungrig.

Den künftigen Verbleib der Tiere zu klären, ist schwierig. Einen Teil holte das Münchner Tierheim, jeweils mehrere Dutzend kamen an Tierschutzorganisationen in Nürnberg, Erlangen und Ingolstadt. 150 Ratten bleiben vorläufig in der Wohnung, sagt Judith Brettmeister. Über das Wochenende werden sie vom Tierschutzverein Rosenheim versorgt. Wie es dann weitergeht, ist aber unklar. „Die vermehren sich ja so schnell“, sagt Tierschützerin Brettmeister. Außerdem liege jetzt eine Räumungklage gegen den Wohnungsmieter vor. Er leide wohl an „Animal hoarding“, so der Fachausdruck für diese spezielle psychische Störung. Die deutsche Übersetzung ist: krankhaftes Sammeln von Tieren.

Der Amtstierarzt ist eingeschaltet. Gegen den im Krankenhaus liegenden Wohnungsmieter wurde ein Tierhalteverbot verhängt. Der gesetzliche Betreuer des Mannes ist entsetzt – auch er wusste nichts von dem Sammeltrieb des Klienten.

Die Ratten selber empfindet Judith Brettmeister als nicht schlimm. Im Gegenteil: Es handele sich um so genannte Farbratten. „Das sind sehr freundliche, gesellige Tiere“ – sehr familiengeeignet im Gegensatz etwa zu den häufiger verschenkten Kaninchen, die ein natürliches Fluchtverhalten haben und deshalb gerne mal beißen oder kratzen. Ratten hingegen – „die sind wirklich nett und verschmust.“ Tatsächlich haben schon Leute aus Berlin und Aschaffenburg angerufen, die privat Tiere aufnehmen wollen. „Aber wer bringt schon zwei Tiere nach Berlin“, seufzt Brettmeister.

Auf die Frage, ob die Ratten am Ende auch in einem Zoo zur Verfütterung landen könnten, weiß der Tierschutzverein im Moment keine definitive Antwort. Die Ratten seien derzeit jedenfalls nicht geeignet, weil niemand den Gesundheitszustand kenne, antwortet Judith Dorfmeister. Letztlich müsse das der Amtstierarzt im Landratsamt Rosenheim entscheiden. Vom Tierschutzverein Rosenheim kommt zu dieser Frage aber schon eine klare Antwort: „Das ist definitiv ausgeschlossen“, antwortet die Mitarbeiterin dort entsetzt. dirk walter

Für Hinweise

zu möglichen Abnehmern der Tiere ist der Tierschutzverein Rosenheim dankbar, Tel. 08031-96068

dw

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