Nähe Augsburg

Fliegerbombe entschärft - Experten vermeiden Gefängnisevakuierung

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Das Räumkommando neben dem Gefängnis.

Gablingen - Tagelang wurde geplant, das Augsburger Gefängnis mit 330 Häftlingen evakuieren zu müssen. Grund war eine neben den Gefängnismauern liegende Fliegerbombe. Dann kam es anders: Nicht die Straftäter wurden für die Entschärfung weggebracht, sondern die Bombe.

Bayerns Polizei und Justiz ist die kurzfristige Verlegung von rund 330 Straftätern aus dem Augsburger Gefängnis erspart geblieben. Am Mittwochvormittag hatte ein Bombenräumkommando auf einem Feld direkt neben der Justizvollzugsanstalt (JVA) eine Brandbombe und eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Sprengbombe konnte dann am Nachmittag zur Entschärfung in ein etwa 300 Meter entferntes Waldgebiet gebracht werden, um eine Evakuierung der JVA zu vermeiden. „Die Kampfmittelexperten haben die Zünder problemlos rausgekriegt“, sagte Polizeisprecher Manfred Gottschalk nach der Aktion.

Auf den möglichen Abtransport der Gefangenen hatten sich die Polizei und die Mitarbeiter der JVA im Augsburger Vorort Gablingen die vergangenen Tage vorbereitet. Es standen dafür mehrere Busse und zahlreiche Beamte bereit. Die Straftäter wären für die Dauer der Entschärfung vorübergehend in andere Haftanstalten verlegt worden.

Bei der Routineuntersuchung eines Grundstücks, das bebaut werden soll, hatte sich der Verdacht auf Blindgänger ergeben. Das Gelände wurde lange militärisch genutzt und war in der Nazizeit ein wichtiger Flugplatz, auch für die Maschinen des Augsburger Flugzeugbauers Messerschmitt. Aus diesem Grund kam es im Krieg zu Bombardierungen durch die Alliierten.

Bei der gezielten Suche nach Bomben mit einem Bagger wurde an der Stelle, an der eine Fünf-Zentner-Bombe vermutet wurde, zunächst nur eine alte Flakstellung zur Abwehr angreifender Flugzeuge und eine 50 Kilogramm schwere Brandbombe gefunden. Danach gab es vorübergehend Entwarnung, da die Brandbombe als nicht so gefährlich eingestuft wurde. Die Experten untersuchten in der Folge aber noch mehrere weitere verdächtige Punkte auf dem Gelände und fanden schließlich tatsächlich eine 250-Kilo-Bombe.

Danach wurde ein Sperrgebiet von 500 Metern Luftlinie rund um den Fundort festgelegt. Die Mitarbeiter mehrerer Unternehmen hatten dieses Areal verlassen. Auch eine Abhörstation des Bundesnachrichtendienstes mit einer großen Antennenanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe des Fundortes. Der Verkehr auf der angrenzenden Bahnlinie und auf der nahen Bundesstraße 2 wurde durch die Entschärfung hingegen nicht beeinträchtigt.

Das Gefängnis in Gablingen ist im vergangenen Herbst eröffnet worden als Ersatz für die zwei älteren Haftanstalten in Augsburg. Der 105 Millionen Euro teure Neubau hat mehr als 600 Haftplätze, ist aber erst zu etwas mehr als der Hälfte belegt.

dpa

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