Archäologen finden 3500 Jahre alten Friedhof

Spektakuläre Entdeckung in Augsburg

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In Augsburg wurde ein Grabfeld aus der Bronzezeit entdeckt.

Augsburg - Bei einer Ausgrabung sind in Augsburg 26 rund 3500 Jahre alte Gräber entdeckt worden. Sie stammen aus der Bronzezeit.

Das Besondere an dem Fund aus der Bronzezeit sei die Konzentration von relativ vielen Grabhügeln auf kleiner Fläche, sagte Augsburgs Stadtarchäologe Sebastian Gairhos. Auf dem 11 000 Quadratmeter großen Baugrundstück seien in den vergangenen Wochen sieben Hügel freigelegt worden, auf Nachbargrundstücken seien zuvor ebenfalls schon sieben Grabhügel gefunden worden.

Die Ausgrabung findet im Augsburger Innovationspark statt, in dem in den nächsten Jahren für mehr als eine Milliarde Euro Forschungsneubauten entstehen sollen. Auf der nun untersuchten Fläche will die Fraunhofer-Gesellschaft bauen. „Wir haben 16 Körpergräber und 10 Brandbestattungen gefunden“, sagte Grabungsleiter Stefan Sandbichler.

Die Experten hatten erwartet, dass auf dem Grundstück Gräber und Reste der Besiedlung aus der Zeit 1500 bis 1200 Jahre vor Christus zu finden sind. „Wir hatten schon sehr genau gewusst, welche Befunde wir hier bekommen“, erklärte Sandbichler. In dem Areal im Süden Augsburgs ist nicht das erste Mal etwas entdeckt worden. „Die ganze Landschaft ist uns schon seit 30 Jahren als gute Fundlandschaft bekannt“, ergänzte Gairhos.

An der Stelle stoßen seit der letzten Eiszeit landwirtschaftlich intensiv genutzte Lössboden an eine einige Meter tiefer gelegene Kiesterrasse, die für Siedlungen genutzt wurde. Die Höfe existierten damals nach Einschätzung Gairhos nur etwa 30 bis 40 Jahre. Dann seien die Holzbauten marode und die Böden ausgelaugt gewesen. „Die Menschen wechselten ihre Siedlungsplätze immer wieder“, sagte er. Nach etwa einer Generation seien neue Flächen für die benötigten Äcker gerodet worden.

Auf dem 1,1 Hektar großen Baugrundstück wurden rund 500 Funde registriert. Darunter waren ein Bronzebeil, ein Armring, große Textilnadeln, Keramik und Skelette. Die Funde werden nun untersucht. Der Stadtarchäologe kann sich vorstellen, dass auch DNA-Analysen noch möglich sind, durch die vielleicht sogar verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Toten festgestellt werden können.

Augsburg zählt zu den ältesten Städten in Deutschland. Die eigentliche Stadtgründung erfolgte vor mehr als 2000 Jahren durch die Römer. Archäologische Funde sind bei Routinegrabungen im Vorfeld von Bauprojekten daher in Bayerns drittgrößter Stadt nicht ungewöhnlich.

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dpa

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